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Schnelle Antworten zur Datenbremse gefordert: Die Telekom im Visier der Netzagentur

Schnelle Antworten zur Datenbremse gefordert : Die Telekom im Visier der Netzagentur

Der Datenaustausch via Internet hat auch im vergangenen Jahr zugenommen – sowohl im Festnetz als auch mobil, wie aus dem Jahresbericht der Bundesnetzagentur hervorgeht. Entsprechend wachsam blickt die Agentur nun auch auf die Drosselpläne der Telekom – und fordert schnelle Antworten.

Der Datenaustausch via Internet hat auch im vergangenen Jahr zugenommen — sowohl im Festnetz als auch mobil, wie aus dem Jahresbericht der Bundesnetzagentur hervorgeht. Entsprechend wachsam blickt die Agentur nun auch auf die Drosselpläne der Telekom — und fordert schnelle Antworten.

Seit Tagen sorgen die Pläne der Telekom für eine Datenbremse für Kritik, Unterschriftenaktionen oder Spott im Netz (#drosselkom). Doch so wirklich beirren lässt sich die Telekom offenbar nicht davon. Für die Bundesnetzagentur als überwachende Einrichtung ist das nun Grund genug, einmal nachzuhaken.

Bei der Vorstellung des Jahresberichts der Behörde hat deren Präsident Jochen Homann Klarheit über die Drosselungspläne verlangt. Er habe einen Brief an Telekom-Chef Rene Obermann geschrieben und bis Mitte Mai um Antwort gebeten. Die Telekom müsse für Transparenz und Netzneutralität sorgen, fügte Homann hinzu. "Netzneutralität heißt eben, dass es keine Diskriminierung von anderen Anbietern oder umgekehrt eine Bevorzugung des eigenen Angebots geben kann.

Mehr Breitbandanschlüsse über Kabel

Der Netzagentur-Präsident kann die Aufregung der Öffentlichkeit in dieser Hinsicht offenbar verstehen — insbesondere wenn er auf die Entwicklung auf dem Telekommunikationsmarkt blickt. Der Breitbandausbau habe neben der Energiewende im Fokus des Jahres 2012 gestanden, teilte die Agentur mit.

Ende 2012, so die Bilanz der Netzagentur, seien rund 28 Millionen Breitbandanschlüsse in Betrieb gewesen. Mit einem Anteil von 83 Prozent sei nach wie vor DSL die dominierende Anschlusstechnologie. Doch erstmals seit Einführung der Technologie sei der Anteil leicht gesunken.

Nach Angaben der Netzagentur habe es dagegen eine Steigerung der Breitanschlüsse per Kabel gegeben. 4,4 Millionen Kunden nutzten dies inzwischen. Reine Glasfaseranschlüsse gebe es dagegen kaum.

Und auch die Datenmenge, die über das Netz ausgetauscht wird, nimmt immer mehr zu, konstatiert die Bundesnetzagentur. Nach Schätzungen sei sie Ende 2012 auf 4,3 Milliarden Euro angestiegen. Insbesondere Videos und Co ließen die Menge ansteigen. Das sei übrigens auch im mobilen Netz der Fall, was die Anbieter vor eine Herausforderung stelle.

Kritik an schrittweiser Bekanntgabe der Pläne

Eben jene großen Datenmengen scheinen es auch zu sein, die die Telekom dazu bewegen, eine Datenbremse einzuführen. Die Bundesnetzagentur sagt dazu, dass es der Telekom grundsätzlich frei stehe, wie sie ihre Tarife gestalte, denn die Kunden hätten die Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln.

Allerdings müsse gewährleistet sein, dass die Kunden bereits bei Vertragsabschluss über die Bedingungen informiert seien. Und es werde bedauert, dass die Telekom nur schrittweise klarstelle, welche Pläne sie habe. Das betrifft die Aussage, dass die Datenbremse zunächst nur für Neukunden galt, nun aber nach und nach herauskomme, dass auch Bestandskunden betroffen sein könnten.

In Bezug auf die Elektrizitätsnetze übrigens erklärte die Bundesnetzagentur in ihrem Jahresbericht, dass der Stromtrassen-Verlauf im Sommer konkret werde — nämlich dann, wenn der Bundesrat das Bundesbedarfsplanungsgesetz verabschiedet habe. Dann könne das Planungs- und Genehmigungsverfahren beginnen — und das dürfte die Bundesnetzagentur 2013 vor große Herausforderungen stellen.

mit Agenturmaterial

Hier geht es zur Bilderstrecke: Internet spottet über die Telekom

(das)