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Immer mehr Kinder sind online: Die richtige Smartphone-Erziehung

Immer mehr Kinder sind online : Die richtige Smartphone-Erziehung

Immer mehr Eltern kaufen ihren Kindern ein Handy. Doch die Mobilgeräte können in der Familie zum Problem werden, etwa wenn beim Essen nicht mehr gesprochen, sondern nur noch gechattet wird. 

vor, dass junge Leute zum Handy greifen, wenn gerade eigentlich etwas anderes wichtiger sein sollte. Nämlich Essen, Schule, Hausaufgaben oder ein Familienabend. „Viele Kinder und Jugendliche verbringen deutlich mehr Zeit mit ihrem Handy, als ihnen gut tut“, sagt der Berliner Medienexperte Thomas Feibel. „Davon sind allerdings nur wenige wirklich süchtig.“

Das zeigt auch eine Umfrage der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen. Demnach geben 86 Prozent der 13- bis 14-Jährigen an, ein Handy mit Internetzugang zu besitzen. Bei 21 Prozent konnten die Forscher feststellen, dass Smartphones einen starken Stellen im Leben der Kinder und Jugendlichen einnimmt. Acht Prozent werden von der Studie als suchtgefährdet eingeschätzt. Wie viele tatsächlich süchtig ist, lässt sich aber nur schwer sagen, weil Handysucht ein Sammelbegriff ist. Kinder sind nicht süchtig nach dem Gerät, sondern nach einer bestimmten Aktivität. Laut einer Forsa-Umfrage waren im Auftrag der DAK im März 2,6 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen süchtig nach Social Media. Nur was können Eltern tun, um Heranwachsenden zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit dem Handy zu erziehen?

Kindersicherungs-Apps

Es gibt zahlreiche Programme, mit denen Eltern die Handynutzung ihrer Kinder einschränken können. Eine der bekanntesten Apps heißt „Screen-Time“. Die kostenlose Variante verfügt über eine Fernkontrolle des Handys, Einsicht in den Internet-Suchverlauf und kann ohne Passwort nicht deinstalliert werden. Wer mehr will, muss 3,99 Euro im Monat zahlen und kann dafür bestimmte Apps sperren und Zeiträume definieren, in denen das Smartphone nicht genutzt werden kann. Was Kinder in den sozialen Netzwerken oder Messenger-Diensten wie WhatsApp teilen, lässt sich allerdings nicht überprüfen. Wer Inhalte filtern will, kann dem Nachwuchs einen Kinderbrowser wie zum Beispiel „Chico Browser“ aufs Handy spielen. Damit lassen sich nur noch kindgerechte Seiten öffnen, Gewalt und Pornografie wird geblockt.

Feste Zeiten vereinbaren

Es geht aber auch anders: Neben technischen Spielereien haben Eltern die Möglichkeit, gemeinsam mit den Kindern Regeln zu formulieren – zum Beispiel, wann das Handy genutzt werden darf und wann nicht. Vor allem nachts sollte auch das Smartphone eine Auszeit haben. Experten empfehlen, dass Kinder zwischen zehn und dreizehn Jahren ungefähr eine Stunde am Tag das Handy nutzen dürfen. Mit zunehmendem Alter sollten Kinder und Jugendliche sich die Zeit am Handy dann langsam selbst einteilen, um Selbstständigkeit zu lernen. Allerdings ist es ratsam, dass die Eltern die Zeiten hin und wieder trotzdem kontrollieren.

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Handyfreie Zonen definieren
Es gibt einige Situationen, in denen das Smartphone nichts verloren hat. Zum Beispiel während des gemeinsamen Essens oder bei Geburtstagsfeiern und anderen Festen. Eltern müssen klar machen, dass es Momente gibt, in denen das Handy Pause hat. Zwar lässt sich im Internet auch beispielsweise für die Hausaufgaben recherchieren, Studien zeigen aber, dass durch den ständigen Blick auf den Bildschirm die Produktivität stark sinkt.


Über Inhalte sprechen

Weit besser als Verbote funktioniert der Dialog. Eltern müssen nicht alles toll finden, sollten aber zumindest irgendetwas von dem wertschätzen, was ihre Kinder im Internet treiben. Pädagogen raten, nicht ständig davon zu reden, dass zu ihrer Kindheit alles anders gewesen sei und den Heranwachsenden stattdessen auf Augenhöhe begegnen. Wichtig sei, auf Gefahren hinzuweisen, ohne dabei zu viel Alarm zu schlagen.


Selbst Vorbild sein
Besonders kleine Kinder schauen sich das Verhalten der Erwachsenen ab. Eltern sollten deshalb auch bei der Handynutzung eine Vorbildfunktion übernehmen, damit sie von ihren Kindern nichts verlangen, was sie selbst nicht halten können. So sollten Eltern aufpassen, nicht selbst zu viel Zeit am Handy zu verbringen und es bei jeder Gelegenheit auszupacken. Sonst verlieren sie in der Diskussion mit den Kleinen schnell ihre Argumente.