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Die Lufthansa zahlte Kundengelder in Höhe von 1,8 Milliarden Euro noch nicht aus.

Luftverkehr in der Corona-Krise : Lufthansa verwirft Insolvenzidee

Die Airline hofft auf Staatshilfe, um zu überleben. Sie hat 1,8 Milliarden Euro für Stornos noch nicht an Kunden ausgezahlt. Der Vorstand hält daran fest, dass Germanwings in Köln geschlossen wird.

Die Lufthansa ist optimistisch, sich mit der Bundesregierung über ein milliardenschweres Hilfspaket einigen zu können. Der Vorstand plädiert dafür, stornierte Flugtickets nicht bar erstatten zu müssen, damit Lufthansa nicht zu viel Liquidität verliert. Das Unternehmen hält an seinem radikalen Sparkurs wegen der Corona-Krise fest, was auch zu der Schließung von Germanwings in Köln führt. Das sind Kernaussagen von Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei der Hauptversammlung, an der Aktionäre nur online teilnehmen konnten. „Viel lieber hätte ich sie in der Frankfurter Jahrhunderthalle begrüßt“, sagte Spohr vom Lufthansa-Konferenzzentrum aus. Auch die meisten Aufsichtsräte und Vorstände waren nur digital dabei.

Spohr rückte ab von der Idee, der Konzern könne Insolvenz anmelden, um Altlasten loszuwerden und den Staat unter Druck zu setzen. „Niemand hat ein Interesse daran, dass Gespräche scheitern bis hin zur Insolvenz und einem Schutzschirmverfahren.“ Er gab sich optimistisch, dass die Regierung den Kauf von Lufthansa-Aktien nicht nutzen werde, um massiv in den Konzern hinein zu regieren. „Auch in Berlin möchte niemand eine staatliche Lufthansa.“

Die Schließung der Germanwings in Köln begründete Spohr damit, der Konzern wolle weniger Flugbetriebe haben, weil er dauerhaft mit weniger Geschäft rechnet. Nun könnte versucht werden, Mitarbeiter von Germanwings bei der auch in Köln sitzenden Eurowings unterzubringen. Doch einfach wird das nicht: Bei Eurowings gehen zehn Jets außer Betrieb, im Konzern rund 100 Maschinen.

Der Vorstand reagierte auf die Kritik von Aktionären, dass stornierte Tickets nicht erstattet werden. Rechtsvorstand Michael Niggemann betonte, die Kunden würden den Anspruch auf Bargeld behalten. Aber die Auszahlungen würden wegen der vielen Anfragen länger dauern als die vorgeschriebenen sieben Tage. 1,8 Milliarden Euro an weltweit eingezahlten Kundengeldern für Flüge,die storniert wurden, wurden laut Lufthansa bislang noch nicht ausgezahlt. Grob gerechnet müssten weit mehr als 1,5 Millionen Menschen davon betroffen sein.