Große Qualitätsunterschiede in der Region: Die besten Kliniken für Hüft- und Knie-OPs

Große Qualitätsunterschiede in der Region : Die besten Kliniken für Hüft- und Knie-OPs

In der Region gibt es große Unterschiede bei der Qualität der Krankenhäuser. Das geht aus dem aktuellen Krankenhaus-Report der AOK Rheinland/Hamburg hervor, die Patientendaten zu Hüft-, Knie- und Gallenoperationen ausgewertet hat.

In den Krankenhäusern im Rheinland gibt es immer mehr Durchschnitt — zumindest was die Qualität bei Hüft- und Gallenblasen-OPs angeht. Bei Knie-Operationen nimmt die Qualität noch stärker ab: Inzwischen gehört jede fünfte Klinik im Rheinland zu den 20 Prozent der schlechtesten Kliniken der Republik. Das zeigt der aktuelle Krankenhaus-Report der AOK Rheinland/Hamburg. Die Krankenkasse hat Operationsdaten ausgewertet und dabei geprüft, wie häufig es innerhalb eines Jahres nach der OP zu Komplikationen oder sogar Folgeoperationen kam.

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Hier gelangen Sie zur Datenbank der AOK, in der Sie gezielt nach Krankenhäusern oder nach einer bestimmten Untersuchung oder Behandlung suchen können.

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Die Ergebnisse der Auswertung von 43 500 Operationen in den Jahren von 2009 bis 2011 sind ernüchternd. Denn obwohl die AOK bereits in der Vergangenheit ähnliche Untersuchungen durchgeführt und veröffentlicht hat, ließe sich ein allgemeiner Trend zum Besseren nicht erkennen. Die Bandbreite der medizinischen Qualität im Rheinland sei groß, bestätigt Matthias Moormann, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg. Während es bei den besten Krankenhäusern nach planbaren Hüftgelenks-Operationen keine Komplikationen gegeben habe, "weisen die schlechtesten Krankenhäuser allein nach der Entlassung aus dem Krankenhaus zusätzliche Komplikationsraten von bis zu zehn Prozent auf."

Besonders viele gute Kliniken gibt es im Rheinland bei der Entfernung von Gallenblasen (siehe Grafik). Hier wertete die AOK insgesamt die Ergebnisse von 133 Kliniken aus, in denen mindestens 30 Krankenkassenmitglieder operiert wurden. 23 Kliniken schnitten überdurchschnittlich gut ab, dazu gehören aus der Region unter anderem das St. Vinzenz-Hospital in Dinslaken, das Sana-Klinikum in Remscheid und das St. Josefs Krankenhaus in Hilden. 89 Häuser erreichten einen durchschnittlichen wert, 21 erzielten schlechte Ergebnisse, darunter Kliniken aus Kleve, Düsseldorf und Duisburg.

Bei Hüftoperationen wiederum unterscheidet die AOK zwischen den zeitnah benötigten Eingriffen nach einem Knochenbruch und dem zeitlich planbaren Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks, das aufgrund von Verschleiß nötig wird. Besonders gut aufgehoben dürfen sich Patienten hierbei in Mönchengladbach-Neuwerk fühlen. Das Krankenhaus "Maria von den Aposteln" zählt in beiden Kategorien zur Spitzengruppe.

Kein Krankenhaus schneidet jedoch in allen Bereichen gleich gut ab. So gehört das Düsseldorfer St. Vinzenz-Krankenhaus bei Hüftfrakturen laut AOK-Report zu den besten Krankenhäusern der Republik, bei Gallenblasenentfernung wegen Gallensteinen und dem Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks aufgrund von Verschleiß jedoch zu den schlechtesten. Auch das St. Willibrord Spital in Emmerich-Rees zählt zu den besten Häusern bei einer Hüftfraktur, in den anderen drei Kategorien gehört man hingegen zu den Schlusslichtern.

Die Ergebnisse deckten sich nicht mit internen Qualitätskontrollen, sagt der Geschäftsführer des St. Willibrord Spitals, Johannes Hütte. Dennoch nehme man die Ergebnisse sehr ernst. Wie viele andere Klinikbetreiber kritisiert er die Methodik der Auswertung. Aktuell klagen Kliniken sogar in einem Musterprozess gegen den AOK-Krankenhausnavigator, in dem die ausgewerteten Abrechnungsdaten veröffentlicht werden. Hütte sagt: "Die wissenschaftliche Methode ist intransparent." Auch beim Düsseldorfer St. Vinzenz Hospital ist man skeptisch, wie groß die Aussagekraft der Analyse tatsächlich ist. Auch sei es problematisch, dass man nur die Daten von AOK-Versicherten heranziehe. Die Krankenkasse reagiert gelassen auf die Vorwürfe, Man hofft auf die neue Bundesregierung: "Es wäre schön, wenn der Gesetzgeber die gesetzlichen Grundlagen noch klarer fasst", sagt Matthias Moormann.

Hier geht es zur Infostrecke: Zahl der Operationen im Ländervergleich

(RP)