„Angebot auf entsprechenden Linien ausgedünnt“ Flixbus bekommt das Deutschlandticket zu spüren

Exklusiv | Berlin · Das 49-Euro-Ticket hat nach Aussage des Unternehmens einen Einfluss auf die Nachfrage nach Fernbusfahrten. Wohl auch deshalb würde Flixbus gerne in das Angebot integriert werden – und verweist auf einen zusätzlichen Nutzen für Fahrgäste. Was das Verkehrsministerium dazu sagt.

 Flixbus-Sprecher: „Einbindung von Fernbussen würde Deutschlandticket deutlich attraktiver machen“

Flixbus-Sprecher: „Einbindung von Fernbussen würde Deutschlandticket deutlich attraktiver machen“

Foto: dpa/Lukas Görlach

Seit Einführung des Deutschlandtickets sind laut einer Umfrage des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) mehr Menschen im öffentlichen Nahverkehr unterwegs – eine Entwicklung, die offenbar auch zulasten des Fernbusmarktes geht.

Das Fernbus-Unternehmen Flixbus bekommt das im Mai eingeführte Deutschlandticket eigenen Angaben zufolge jedenfalls zu spüren. „Auswirkungen des Deutschlandtickets auf die Nachfrage nach Fernbusfahrten sehen wir auf ausgewählten Linien durchaus, unter anderem von Großstädten in typische Tourismusregionen“, sagte ein Flixbus-Sprecher auf Anfrage unserer Redaktion. Betroffen seien demnach etwa Fahrten von Hamburg an die Küste. „Wir haben das Angebot auf entsprechenden Linien daher ausgedünnt“, führte der Sprecher aus. Genauere Zahlen hierzu nannte Flixbus auf Nachfrage zunächst nicht.

Wohl auch angesichts dieser Entwicklung würde Flixbus gerne in das Deutschlandticket integriert werden. Das Unternehmen verwies darauf, dass Fernbusse einen großen Mehrwert für Nutzerinnen und Nutzer des Deutschlandtickets brächten. Demnach würden Umfragen zeigen, „dass eine Einbindung von Fernbussen auch das Angebot als solches deutlich attraktiver machen und somit die Verkaufszahlen erhöhen würde“, sagte der Sprecher. Und weiter: „Wir sind nach wie vor optimistisch, dass Reisende künftig mit dem Deutschlandticket auch Fernbus fahren können.“

Beim Bundesverkehrsministerium zeigte man sich derweil deutlich zurückhaltender. Ziel des Deutschlandtickets sei „vorrangig die deutliche Erhöhung der Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs“ gewesen, teilte eine Sprecherin des Ministeriums auf Anfrage unserer Redaktion mit. „Es ist insofern nicht als Fernverkehrsangebot konzipiert“, sagte sie. Die Frage, ob und wie Fernverkehrsbusse zu einem späteren Zeitpunkt eingebunden werden könnten, sei noch in der Abstimmung.

Fahrgastrückgänge beklagte Flixbus bereits im Sommer des vergangenen Jahres, als das Neun-Euro-Ticket galt. Flixbus-Chef André Schwämmlein sagte damals dem „Spiegel“, die Zahl der Passagiere sei auf einigen Linien um ein Drittel bis die Hälfte zurückgegangen. Nach dem Ende des vergünstigten Angebots hätten sich die Fahrgastzahlen aber wieder erholt.

Hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung bekräftigte ein Flixbus-Sprecher derweil, dass Auswirkungen des Deutschlandtickets keinen Einfluss „auf die profitable Wachstumsstrategie“ des Unternehmens hätten. Das könnte nicht zuletzt auch daran liegen, dass die grünen Busse längst nicht nur in Deutschland unterwegs sind: Nach eigenen Angaben ist Flixbus mittlerweile in mehr als 40 Ländern aktiv.

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