Deutschlands Exporte enttäuschen mit größten Minus seit 2015

Außenhandel: Deutschlands Exporte verbuchen größtes Minus seit 2015

Deutschlands Exporteure haben einen kräftigen Dämpfer erhalten. Zwar lagen die Ausfuhren im Juni leicht höher als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Vormonat Mai schrumpften die deutschen Exporte allerdings so kräftig wie seit fast zwei Jahren nicht mehr.

Sie gingen um 2,8 Prozent zum Vormonat zurück, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Damit endete eine Serie von fünf Anstiegen in Folge mit dem größten Minus seit August 2015. Der Wert der Exporte lag im Juni bei 107,2 Milliarden Euro. Im Mai waren es 110,7 Milliarden Euro gewesen.Volkswirte waren von der Entwicklung überrascht. Sie erwarteten im Juni einen Zuwachs von 0,2 Prozent.

Gut liefen die Geschäfte mit anderen Euro-Ländern. Die Ausfuhren legten im Vergleich zum Mai um 2,7 Prozent zu. Viele Staaten — darunter der nach den USA größte Exportkunde Frankreich — befinden sich in einem Aufschwung. Die Ausfuhren in Länder außerhalb der Europäischen Union — von den USA bis China — nahmen dagegen um 1,7 Prozent ab.

Die Importe fielen im Juni sogar um 4,5 Prozent und damit so kräftig wie seit Januar 2009 nicht mehr. Auch hier hatten Experten im Vergleich zum Vormonat einen leichten Zuwachs erwartet.

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Die deutschen Exporte übertrafen die Importe saison- und kalenderbereinigt um 21,2 Milliarden Euro. Das ist der größte Überschuss seit August 2016. Deutschland steht wegen seines enormen Leistungsbilanzüberschusses international am Pranger.

Experten wie die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) sehen darin auch einen Hinweis darauf, dass Deutschland zu Hause zu wenig investiert, was langfristig das Wachstum dämpfen könne.

(beaw/rtr/AFP)