Ifo-Geschäftsklimaindex: Deutsche Wirtschaft geht zuversichtlich ins neue Jahr

Ifo-Geschäftsklimaindex : Deutsche Wirtschaft geht zuversichtlich ins neue Jahr

In den deutschen Unternehmen herrscht Sektlaune: Ob Industrie, Handel oder Bau - in den vom Ifo-Institut befragten Betrieben läuft es glänzend. Auch der Ausblick ist trotz großer Risiken besser geworden.

Die vom Münchner Ifo-Institut befragten Unternehmen schätzen ihre aktuelle Geschäftslage im Dezember so gut ein wie seit fünf Jahren nicht mehr. Dund auch der Ausblick für das nächste halbe Jahr ist etwas zuversichtlicher. Der Ifo-Geschäftsklimaindex - das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer - stieg um 0,6 auf 111,0 Punkte.

Die Bundesbank schreibt zudem in ihrem Monatsbericht: "Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem soliden Aufschwung." Hauptstütze sei der Binnenmarkt, der von der hohen Beschäftigung und steigenden Einkommen profitiere. Die Auftragsbücher der Industrie seien gut gefüllt, die Verbraucher in Kauflaune.

Ifo-Präsident Clemens Fuest sagte: "Die deutsche Wirtschaft legt einen Jahresendspurt hin." Die Industriebetriebe schätzten sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Geschäftsaussichten besser ein. Nachfrage und Auftragsbestand zögen merklich an. "Dementsprechend wollen mehr Unternehmen die Produktion in den kommenden Monaten anheben."

Im Einzelhandel bleibt das Niveau unverändert hoch. Elektrohändler berichteten von einem guten Weihnachtsgeschäft. Im Großhandel hat sich das Geschäftsklima auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren verbessert. Das Baugewerbe boomt weiterhin. "Den Baufirmen ging es seit der Wiedervereinigung noch nie so gut. Die erneut verbesserten Erwartungen sprechen dafür, dass der Boom sich in den nächsten Monaten fortsetzen wird", sagte Fuest. Nur im Dienstleistungssektor - der nicht in die Berechnung des Geschäftsklimas eingeht - war ein Stimmungsrückgang zu verzeichnen.

Allerdings verweisen Volkswirte auf große Unwägbarkeiten und Risiken: Der Kurs des neuen US-Präsidenten Donald Trump ist noch unklar, der Brexit steht bevor, und in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und möglicherweise auch in Italien stehen Wahlen an, wie KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner sagte. Stefan Kipar von der BayernLB schrieb, trotz höherer Ölpreise starte die Konjunktur mit Rückenwind ins neue Jahr. Aber die kaum verbesserten Geschäftserwartungen deuteten "darauf hin, dass die derzeitige Konjunktureuphorie möglicherweise nicht nachhaltig ist".

(crwo/dpa)
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