Deutsche Post: Vorstand Jürgen Gerdes soll gehen

Dax-Konzern: Deutsche Post will Paket-Vorstand feuern

Wegen des drohenden Gewinneinbruchs soll Jürgen Gerdes die Deutsche Post verlassen. Vorstandschef Appel macht ihn für die Krise verantwortlich.

Viele Jahre lang war Jürgen Gerdes der nach Vorstandschef Frank Appel bekannteste Manager der Deutschen Post, jetzt wird der Konzern sich von dem 54-jährigen trennen. An diesem Dienstag wird das der Aufsichtsrat entscheiden. Das erfuhr unsere Redaktion aus informierten Kreisen. Davor hatte das „Manager-Magazin“ von dem Vorgang berichtet, der sich schon Freitags abzeichnete: Der gelbe Riese hatte bekanntgegeben, dass die von Gerdes bis April geleitete Sparte Pakete, E-Commerce, Post (PEP) unerwartet schlechte Gewinne einfährt. Das kostet den Konzern dieses Jahr inklusive Rückstellungen für ein neues Sparprogramm rund eine Milliarde Euro. Der Kurs der Post-Aktie war danach um bis zu acht Prozent eingebrochen, ein Desaster.

Bei einer Telefonkonferenz hatte Appel schon am Freitag klar gemacht, dass er Gerdes alleine für die Krise verantwortlich macht. Dabei hatte sich Appel indirekt auch selbst blamiert: Er hatte Gerdes noch im April öffentlich in höchsten Tönen gelobt, als der seinen Posten als PEP-Vorstand aufgeben musste, um sich im Vorstand nur noch um Technikprojekte wie den Elektrolieferwagen Streetscooter zu kümmern. Appel hatte dann die Leitung der Paketsparte selbst übernommen und dabei bestätigt gefunden, dass die Kosten zu hoch waren.

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Gerdes und Appel hatten auch persönliche Konflikte: So hatte Gerdes sich öffentlich gerühmt, den Streetscooter ohne Mitwissen des zwei Jahre älteren Vorstandschefs hatte entwickeln lassen.

(rky)