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Deutsche Post DHL will jährliche Preiserhöhungen

Bonn : Post will jährliche Preiserhöhungen

Zum Weihnachtsgeschäft erwartet der Konzern ein erneutes Rekordgeschäft.

Die Post will die Preise für Briefe und Päckchen künftig deutlich häufiger erhöhen als bisher - nach Möglichkeit jedes Jahr. Dies erklärte der Vorstand gestern bei der Vorlage der Neun-Jahres-Zahlen. Dabei verwies Vorstandschef Frank Appel darauf, dass der Konzern jeden Herbst überprüfe, ob er bei der Netzagentur höhere Briefpreise beantragt. Gleichzeitig sei es so, dass der Konzern deutlich höhere Löhne zahle als Wettbewerber, doch die Paketpreise liegen niedriger als in vielen Ländern Europas.

Wohin der Trend geht, zeigt sich zur Jahreswende. Bei Päckchen bis zwei Kilo werden statt 4,10 dann 4,40 Euro fällig - ein Plus von acht Prozent. "Wir sind zuversichtlich, dass man im Paketmarkt zum jetzigen Zeitpunkt Preiserhöhungen durchsetzen kann", erklärt Appel.

Dabei erwartet er ein "sehr starkes Weihnachtsgeschäft". Es sei zu erwarten, dass an einigen Tagen jeweils acht Millionen Pakete ausgeliefert werden. Insgesamt rechnet die Post damit, dass sich in wenigen Jahren die Zahl der in Deutschland ausgelieferten Pakete verdoppelt - gerade der Internetboom treibt das Geschäft.

Weiteres Wachstum bringt dem Weltkonzern Deutsche Post DHL die sehr starke Position in Asien sowie in vielen Schwellenländern. Dies half, den Umsatz in den ersten neun Monaten um vier Prozent auf 14 Milliarden Euro zu erhöhen. Auch weil Appel und Finanzchef Larry Rosen streng auf die Kosten achten, stiegen die Gewinne um 17 Prozent auf 468 Millionen - der Aktienkurs stieg seit Appels Amtsantritt 2008 um mehr als 200 Prozent.

Appel äußerte sich auch zur Zukunft des Postbusses, den der Konzern künftig ja ohne den ADAC betreiben wird. Er sei "überzeugt", dass die Post im Fernbusgeschäft erfolgreich sein werde, weil sie das Vertrauen vieler Kunden hat. Das Netz des Postbusses würde ins Ausland weiter ausgedehnt. Straßburg und Zürich wurden bereits ins Netz aufgenommen - also könnten nun Amsterdam oder Brüssel folgen.

(RP)