Deutsche Banken zahlten 2,4 Milliarden Euro an Negativzinsen

Geldmarkt : Deutsche Banken zahlten 2,4 Milliarden Euro an Negativzinsen

Deutsche Banken haben im vergangenen Jahr Negativzinsen auf ihre bei der Bundesbank gehaltenen Einlagen von rund 2,4 Milliarden Euro bezahlt. Das geht aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor.

Demnach leisteten alle im Euroraum ansässigen Banken zusammen Zinszahlungen von rund 7,5 Milliarden Euro, weil die Europäische Zentralbank (EZB) ihnen negative Zinsen auf ihre im Eurosystem der Notenbanken gehaltenen Einlagen in Rechnung stellte. Diesen Belastungen stünden allerdings auch Zinserträge „aus der zum Großteil zu negativen Zinssätzen aufgenommenen Liquidität“, heißt es in der Antwort.

Unter dem Niedrigzinsumfeld leiden dem Papier zufolge vor allem kleine und mittlere Kreditinstitute. Niedrigzinsen hätten „die Ertragssituation der kleinen und mittelgroßen Kreditinstitute in Deutschland stark belastet“, heißt es in der Antwort. In einer Umfrage der Bundesbank hätten die kleineren Banken angegeben, „dass sie in fünf Jahren mit einem um nein Prozent gesunkenen Jahresüberschuss vor Steuern rechnen“. Ihre gesamte Kapitalrentabilität werde um 16 Prozent zurückgehen. „Die Nullzinspolitik der EZB schadet insbesondere Sparkassen und Volksbanken. Je länger sie anhält, desto größer werden die Probleme. Die EZB muss die Zinswende endlich einleiten“, sagte FDP-Politiker Frank Schäffler. EZB-Beobachter gehen aktuell allerdings davon aus, dass die Geldpolitik während der letzten Monate der Amtszeit von EZB-Präsident Mario Draghi eher wieder gelockert wird.

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