Harte Zeiten für Bahnreisende Welche Bahnstrecken bundesweit gesperrt werden

Düsseldorf · Die S6 von Düsseldorf nach Essen fährt bis Mitte 2026 nur teilweise, die ICE-Route von Köln nach Frankfurt wird einen Monat dichtgemacht, auch auf der Hauptstrecke Düsseldorf-Köln wird es Probleme geben. Welche Verbindungen in den nächsten Monaten betroffen sind.

Die wichtige ICE-Schnellfahrstrecke zwischen Köln und Frankfurt/Main soll für einige Wochen gesperrt werden.

Die wichtige ICE-Schnellfahrstrecke zwischen Köln und Frankfurt/Main soll für einige Wochen gesperrt werden.

Foto: dpa/Oliver Berg

Vieles wird zeitweise schlimmer, damit es auf Dauer besser wird. So lässt sich die Sanierungsstrategie der Deutschen Bahn zusammenfassen, die auch Reisende aus NRW stark trifft. Wie schwierig die Lage ist, sagte jüngst Bahn-Chef Richard Lutz in einem Interview der FAZ: „In Nordrhein-Westalen ist es besonders schlimm.“ Er sagt allerdings auch, dass in Deutschland Regionalzüge zu 90 Prozent pünktlich sind, das größte Problem seien die Fernstrecken.

Die Informationspolitik der Bahn ist alles andere als gut: Die realen Folgen von Sperrungen lassen sich oft viel besser herausfinden, indem Bürger eine konkrete Route in der App DB-Navigator oder bei Bahn.de eingeben und sich dann anschauen, welche Optionen es gibt, statt die allgemeinen Infos der Bahn zu lesen. Auf einer Online-Seite der DB Regio NRW zu den Fahrplänen steht: „Aktualisiert 3.1.2023“. Detlev Neuß, in Mönchengladbach lebender Bundesvorsitzender des Fahrgästeverbandes Pro Bahn, sagt: „Die Reisenden könnten ohne Zweifel häufig besser informiert werden.“ Die größten Baustellen aus Sicht von NRW-Bürgern:

Fernstrecke Köln-Frankfurt: Sperrung

Die ICE-Strecke zwischen Köln und Frankfurt wird zwischen dem 16. Juli und dem 12. August für einen Monat gesperrt wegen einer Baustelle. Die Bahn erneuert auf dem Teilstück zwischen Siegburg/Bonn und Frankfurt-Stadion 70 Kilometer Gleise sowie 13 Weichen. Daher werde es zu „Umleitungen und Anpassungen im Personenverkehr kommen“, teilte der Konzern mit.

Für Fahrgäste wird es unangenehm: Die Züge auf der vielbefahrenen Strecke werden umgeleitet. Laut Fahrplanauskunft dauert dann eine Fahrt vom Frankfurter Hauptbahnhof nach Köln zwischen zweieinhalb und drei Stunden. Aktuell sind Fahrgäste mit der schnellsten Direktverbindung innerhalb von einer Stunde und sieben Minuten vor Ort. Es gibt auch Schienenersatzverkehr per Bus, der vom Kölner Hauptbahnhof (Breslauer Platz) unter anderem über Siegburg und Limburg dreieinhalb Stunden bis Frankfurt braucht. Hier ist Reisenden zu raten, besser die Züge über die Rheinstrecke zu nehmen, sofern sie wirklich Richtung Frankfurt/Flughafen-Frankfurt wollen, weil sie so die schöne Aussicht genießen können.

Frankfurt-Mannheim (Riedbahn): Riesenbaustelle

Eine der wichtigsten Strecken Deutschlands wird zwischen dem 15. Juli und Mitte Dezember komplett überholt. Innerhalb der fünf Monate modernisiert die DB alle Anlagen an der rund 70 Kilometer langen Strecke. Zwischen Mannheim Hbf und Frankfurt Flughafen wird ein Ersatzverkehr mit Bussen (IC-Bus) eingerichtet. Reisende ab NRW Richtung Süden müssen sich informieren, welche Züge genommen werden können. So erwähnt die Bahn, es werde eine neue ICE-Linie von Köln nach München geben, die über Heidelberg, Stuttgart und Ulm geht und so Mannheim umfährt. Zum Trost ist zu sagen: Sehr günstige Spartickets sind ab Düsseldorf nach München in der Zeit zu erhalten, Richtung München fahren viele ICE schon jetzt eine andere Route ab Frankfurt via Würzburg/Nürnberg.


Hamm-Hagen: Sperrung/kein ICE-Sprinter nach Berlin

Zwischen dem 19. Oktober und dem 14. Dezember wird die Strecke zwischen Hagen und Hamm weitgehend dicht gemacht. Als Folge werden einige ICE-Züge zwischen Köln und Berlin eine halbe Stunde länger brauchen, weil sie über Dortmund umgeleitet werden. Die ICE-Sprinter zwischen Köln und Berlin fallen ganz weg, andere ICE nach Berlin starten erst in Hamm. Reisende ab Köln nach Berlin müssen sich also überlegen, ob sie eine Route über Düsseldorf und das Ruhrgebiet nehmen.

RE1 und RE5 zwischen Düsseldorf und Köln-Mülheim

Auf einer der wichtigsten Routen des Rheinlandes und des RRX-Systems werden die Regionalzüge RE1 und RE5 zwischen dem 24. Mai und dem 14.Juni über Opladen umgeleitet. Allerdings fährt die S-Bahn S6 weiter auf dieser Strecke. Sie wird also als Ersatz empfohlen. Auch ICE fahren über Opladen. Der RE5 wird sogar von Köln-Süd bis Düsseldorf umgeleitet, hier entfallen auch die Stopps unter anderem im Hauptbahnhof von Köln oder in Düsseldorf-Benrath.

S6 zwischen Ratingen-Ost und Kettwig

Die S-Bahnen der Linie S6 fallen bis mindestens Mitte 2026 zwischen Ratingen-Ost und Kettwig aus und werden durch Busse ersetzt. Der Grund sind umfangreiche Reparaturarbeiten. Aus Sicht des Rheinlandes wird es also anderthalb Jahre lang viel schwieriger, den Essener Süden inklusive des Baldeneysees zu erreichen.

Großbaustelle zwischen Oberhausen und Emmerich

Wegen größerer Bauarbeiten kommt es bis zum 14. Juni auf der Strecke zwischen Oberhausen Hbf und Wesel/Emmerich zu zahlreichen Einschränkungen bei den Zügen der Linien RE 5 (RRX), RE 19, RE 44 und RE49.

Eurobahn: Reduzierter Fahrbetrieb

Bis zum 5. Juli wird der Fahrplan auf diesen Linien ausgedünnt: RB 67, RE 82, RB 65, RB 66 und RE 78. Das geschieht laut Eurobahn „zur Stabilisierung des Zugbetriebes“. Es fehlt also zu zu viel Personal für den regulären Betrieb.

Einschränkungen auf der Linie S 28

Zwischen 18. Mai und 2. Juni fahren die Züge nicht zwischen Mettmann-Stadtwald und Wuppertal. Ein Schienenersatzverkehr wird eingerichtet.

S68 zwischen Wuppertal und Langenfeld: Zugausfälle

Bis zum 20. August fallen die Züge der S68 zwischen Wuppertal-Vohrwinkel und Langenfeld aus. Der Grund ist Personanmangel.