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Düsseldorf: Deutsch-französischer Unternehmer-Pakt

Düsseldorf : Deutsch-französischer Unternehmer-Pakt

Frankreichs Arbeitgeberverband Medef und der BDI machen gemeinsam Druck auf die Politik.

Die größten Wirtschaftsverbände aus Deutschland und Frankreich haben gestern Abend in Düsseldorf gemeinsam bessere Rahmenbedingungen für die Industrie in beiden Ländern gefordert. Bei einer Veranstaltung auf Einladung des Club des Affaires NRW riefen im Düsseldorfer Industrie-Club Vertreter des französischen Arbeitgeberverbandes Medef sowie des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) die Regierungen dazu auf, Hemmnisse für Investitionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu beseitigen. "Wir stehen zwar manchmal in Konkurrenz zueinander", sagte Jean-Christophe Prunet, Chef der französischen Niederlassung des Elektronik-Konzerns Rohde und Schwarz. "Aber wir müssen künftig zu starken Partnern im weltweiten Wettbewerb werden. Wir wollen die Speerspitze einer neuen Form der europäischen Zusammenarbeit sein, um Unternehmen und Beschäftigung zu fördern." Klaus Deutsch vom BDI kündigte an, dass die Präsidenten beider Wirtschaftsverbände, Ulrich Grillo und Pierre Gattaz, zu diesem Zweck einen industriellen Koordinierungskreis einrichten werden.

Zum Auftakt des Abends hatte Angelica Schwall-Düren (SPD), NRW-Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, die Vorreiterrolle Frankreichs und Deutschlands bei der Lösung der wirtschaftlichen Probleme betont. "Deutschland und Frankreich gelten als Motoren für Europa", sagte Schwall-Düren. Die beiden Länder seien füreinander die mit Abstand wichtigsten Handelspartner, vor allem zwischen Frankreich und NRW bestünden enge und freundschaftliche Beziehungen.

Prunet betonte das Ziel des Medef, möglichst viele neue Arbeitsplätze zu schaffen: "Die Priorität ist Beschäftigung", laute das Motte des Verbandes, denn ohne Beschäftigung sei auch kein Wachstum in Frankreich möglich. Gleichzeitig appellierte Prunet an die Politik, der Industrie mehr Vertrauen zu schenken: "Wir brauchen eine Regierung, die Unternehmen befreit." Auch für den BDI ist das Thema Wachstum wichtig: "Wenn wir bei einem Wachstumstempo von einem Prozent bleiben, werden wir zwischen Korea und Kalifornien förmlich zerrieben", warnte Deutsch.

Auf die Frage ob Deutschland und Frankreich noch etwas voneinander lernen könnten, antwortete Jörn Bousselmi, Geschäftsführer der Deutsch-Französischen IHK Paris: "Die beiden Länder lernen nicht voneinander, sie ergänzen sich." Vertraue man gegenseitig auf die jeweiligen Stärken, stehe der Zusammenarbeit nichts mehr im Wege.

(RP)