Impfaffäre warf Schatten auf Staake Der Abgang des Hafenchefs

Düsseldorf · Heute gibt Erich Staake die Leitung von Duisport ab. Die Bilanz von Staake als Manager sind beeindruckend. Er schuf Tausende Jobs und ist ein guter Netzwerker. Dann kam die Impfaffäre.

Foto: Endermann, Andreas (end)

An Selbstbewusstsein fehlte es Erich Staake nie. So war es auch am 3. März diesen Jahres. Der Chef des Duisburger Hafens nutzte ein Gespräch mit unserer Redaktion, um völlig überraschend mit der Corona-Politik von EU, Bund und Land abzurechnen. Es gebe „massive logistische Fehler“, verkündete der seit 22 Jahren amtierende Chef einer der größten Beteiligung des Landes NRW. Einige Tage danach kam die Quittung: Ein bestens informierter Mitarbeiter des Hafens teilte uns im Detail mit, wann und wo Staake sich über Seilschaften in einem Altenheim zwei Impftermine ergattert hatte, obwohl der 67-Jährige noch lange nicht an der Reihe war. „Herr Staake hat im Rahmen des Interviews vergessen zu erwähnen, dass er selbst der dreisteste Impfvordrängler ist“, hieß es in dem anonymen Brief. Der Hafen gehört zu zwei Dritteln dem Land NRW, zu einem Drittel der Stadt Duisburg.