Düsseldorf: Dax zeitweise unter 5000 Punkten

Düsseldorf : Dax zeitweise unter 5000 Punkten

Zum wiederholten Mal haben die Spekulationen über eine mögliche Pleite Griechenlands die Aktienkurse abstürzen lassen. Einen solchen Kursrutsch wie in den vergangenen zwei Monaten hat die Börse seit neun Jahren nicht mehr erlebt. Der Dax fiel gestern Morgen kurzzeitig unter 5000 Punkte. Danach ging es zwar wieder nach oben, aber zum Schluss betrug das Minus immer noch 2,27 Prozent. Die Anleger sind weiterhin verunsichert.

aktien Die größten Verlierer waren gestern wieder einmal die Finanzkonzerne. Commerzbank-Papiere verloren mehr als acht Prozent, Deutsche Bank über sieben, Allianz fast sechseinhalb Prozent. Zumindest solange der europäische Rettungsfonds EFSF noch keine Anleihen kaufen und noch keine Kredite an Staaten zur Absicherung ihrer Kreditinstitute geben darf, grassiert weiter die Angst vor gewaltigen Wertverlusten in den Bilanzen der Banken für den Fall der Staatspleite Griechenlands. Deutsche Geldhäuser wären nach den deutlichen Abschreibungen der jüngeren Vergangenheit davon zwar in großen Teilen weniger stark betroffen, aber die Sorge beispielsweise um die französischen Häuser zieht andere aus der Branche mit nach unten. Ob der Tiefpunkt schon erreicht und mittlerweile ein Einstiegsniveau für Anleger erreicht ist, vermag niemand zu sagen.

gold Beim Edelmetall scheint die Hausse so langsam ein Ende zu finden. Im Tagesverlauf fiel der Preis für eine Feinunze (rund 31 Gramm) gestern auf 1813 Dollar. Das ist fast fünf Prozent vom Allzeit-Hoch vor wenigen Tagen entfernt. Es mehren sich die Stimmen der Experten, dass sich die Euphorie langsam legt. Und sie könnte noch mehr nachlassen, wenn die Vertrauenskrise an den Finanzmärkten beseitigt wäre. Wer jetzt noch investiert, sollte das im Auge haben.

anleihen Bundesanleihen bleiben ein sicheres, aber wenig ertragreiches Investment. Die Rendite auf zehnjährige deutsche Staatspapiere lag gestern bei 1,7 Prozent, so niedrig wie noch nie seit der Einführung des Euro. Umgekehrt hat die Spekulation über Griechenland die Zinsen für italienische und spanische Anleihen noch einmal nach oben getrieben. Solche Investments sind derzeit nur etwas für besonders risikofreudige Investoren, auch wenn die Europäische Zentralbank mit Käufen der Anleihen aus beiden Ländern wieder einmal versucht hat, den Markt zu beruhigen.

tagesgeld Das war vor einigen Jahren eine gefragte Alternative bei der Geldanlage. Mittlerweile bringt ein solches Investment zwar nicht mehr besonders hohe Zinsen, aber dafür ist das Geld schnell wieder verfügbar – beispielsweise für neue Aktienkäufe, sobald die Talsohle an den Kapitalmärkten durchschritten ist.

(RP)