Frankfurt: Dax springt auf Rekordhoch von 10.208 Punkten

Frankfurt : Dax springt auf Rekordhoch von 10.208 Punkten

Nach dem Franken-Crash erwarten die Anleger, dass die Europäische Zentralbank Milliarden in den Markt pumpt.

Nur einen Tag nach den weltweiten Börsenturbulenzen wegen der Franken-Freigabe hat der deutsche Leitindex ein Rekordhoch erklommen. Gestern Nachmittag übersprang der Dax die Marke von 10 208 Punkten, bevor er mit 10 168 Punkten aus dem Handel ging. "Es ist weiter die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) nächste Woche endlich den Kauf von Staatsanleihen ankündigt, die den Dax nach oben katapultiert hat", sagte Händler Markus Huber. Zudem schüre der schwache Ölpreis und der schwache Euro den Optimismus, dass es in Europa und insbesondere mit der deutschen Wirtschaft bald wieder stark aufwärts gehen werde.

Am Donnerstag hatte der Dax noch eine Achterbahnfahrt hingelegt, nachdem die Schweizer Nationalbank unerwartet die seit September 2011 geltende Koppelung des Franken an den Euro aufgehoben hatte. Analyst Andreas Paciorek von CMC Markets sagte, der Markt interpretiere das Vorgehen der Schweizerischen Nationalbank als klares Indiz für die Einführung eines Anleihenkaufprogramms der Europäischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche. Europas Währungshüter könnten am Donnerstag den Kauf von Staatsanleihen in großem Stil beschließen. Dies sowie die freundlicheren Aussichten für die deutsche Exportwirtschaft wegen des schwachen Euro und des starken Franken steigere die Zuversicht am deutschen Aktienmarkt.

Hinzu kam Hilfe durch einzelne Dax-Werte: RWE legte wegen des Dea-Verkaufs zeitweise um fast acht Prozent zu. Auch Autoaktien waren gefragt, die von ermutigenden Kfz-Absatzzahlen profitierten. So gewannen die Papiere von BMW, VW und Daimler zwischen zwei und drei Prozent. Der europäische Automarkt hatte 2014 eine sechsjährige Abwärtsserie beendet und wieder mehr Fahrzeuge verkauft.

2014 hatte der Dax einen Rekord bei 10 093 Punkten erreicht. Dann war es auf 9200 Punkte abwärts gegangen, nachdem die Präsidentenwahl in Griechenland gescheitert war und Sorgen um einen Austritt aus der Eurozone aufkamen.

(dpa)
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