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Börse: Dax legt erneut Rückwärtsgang ein

Börse : Dax legt erneut Rückwärtsgang ein

Die deutschen Börsen haben am Dienstag wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Enttäuschende Wirtschaftsdaten aus Europa trübten laut Händlern die Stimmung wieder ein und lösten auf dem hohen Kursniveau erneut Gewinnmitnahmen aus.

Auch die Chefin der US-Notenbank, Janet Yellen, brachte am Nachmittag keinen positiven Impuls. Der Dax ging 0,65 Prozent tiefer bei 9719 Punkten aus dem Handel. Damit liegt der deutsche Leitindex etwa drei Prozent unter seinem Anfang Juli bei 10.032 Punkte erreichen Allzeithoch. Der MDax verlor 1,03 Prozent auf 16.327 Punkte. Der Technologie-Auswahlindex TecDax fiel um 1,69 Prozent auf 1262,38 Punkte.

"Enttäuschende Zahlen vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) haben dem Deutschen Aktienmarkt einen Dämpfer verpasst", sagte Marktanalyst Jens Klatt vom Broker DailyFX. Auch die Chefin der US-Notenbank, Janet Yellen, habe in der Anhörung vor dem Kongress keine Überraschungen parat gehabt.

Der Bankensektor blieb mit der Vorlage von Quartalsbilanzen wichtiger US-Großbanken im Fokus. Die Aktie der Deutschen Bank ging nach überraschend guten Zahlen der US-Wettbewerber mit plus 1,94 Prozent auf 26,545 Euro an der Dax-Spitze aus dem Handel. Commerzbank-Titel verloren indes 1,77 Prozent an Wert.

Im MDax reagierte die Aktie von Südzucker mit einem Befreiungsschlag auf eine positiven Analystenstudie vom Bankhaus Lampe. Die Anteile an Europas größtem Zuckerkonzern verteuerten sich an der Indexspitze um 2,39 Prozent auf 14,335 Euro. Die rote Laterne hielten dagegen Dürr-Papiere mit minus 3,15 Prozent. Der Autozulieferer übernimmt den Holz-Maschinenbauer Homag, dessen Aktien um 7,53 Prozent nach oben sprangen.

Der TecDax wurde stark belastet von schlechten Quartalsbilanzen: die Aktien der Software AG brachen nach einer massiv gekappten Jahresprognose am Indexende um 18,96 Prozent auf 20,00 Euro auf ein neues Tief seit November 2009 ein. Der zweitgrößte deutsche Softwarehersteller verwies Verzögerungen bei Großprojekten. Auch Drägerwerk musste seine Ziele senken und schickte die Aktie auf Talfahrt. Die Papiere des Medizin- und Sicherheitstechnik-Herstellers rutschten um 16,26 Prozent auf 65,79 Euro ab.

Der EuroStoxx 50 schloss 1,01 Prozent tiefer bei 3153,75 Punkten. In der Vorwoche war der Eurozonen-Leitindex auf den tiefsten Stand seit Anfang Mai gefallen. In Paris und London verzeichneten die Börsen ebenfalls Verluste. In den USA erreichte der Dow Jones Industrial im frühen Geschäft ein Rekordhoch, bröckelte dann aber ab. Zuletzt stand der weltweite Leitindex moderat im Minus.

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Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,98 (Vortag: 1,00) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 136,79 Punkte. Der Bund Future gewann 0,02 Prozent auf 147,57 Punkte. Der Euro fiel. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3613 (1,3627) Dollar fest.
Der Dollar kostete 0,7346 (0,7338) Euro.

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(dpa)