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Berlin: Dax fällt aus Sorge vor Sanktionen

Berlin : Dax fällt aus Sorge vor Sanktionen

Deutsche-Bank-Chef Fitschen warnt vor einer Rückkehr des Kalten Krieges.

Der Dax hat gestern wegen der möglichen Folgen des Krim-Konflikts deutliche Verluste verbucht. Er fiel um 1,3 Prozent auf 9184 Punkte und nahm damit Kurs auf die Marke von 9000 Punkten. Ende Februar hatte der Index noch fast die Marke von 9700 Punkten erreicht.

Der Weltluftfahrtverband Iata senkte wegen der Krim-Krise die Gewinnerwartung für die Branche um eine Milliarde Dollar. Nun wird nur noch ein Gewinn von 18,7 Milliarden Dollar erwartet. Das sei zwar ein Plus von 45 Prozent zum Vorjahr. Doch der steigende Ölpreis im Zuge des Krim-Konflikts bremse die Erholung der Branche und führe zu Zusatzbelastungen von drei Milliarden Dollar. Die deutsche Wirtschaft sorgt sich vor Sanktionen des Westens und möglichen Enteignungen durch Russland.

Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank und Banken-Präsident, warnte: "Eine Neuauflage des Kalten Krieges sollten wir unter allen Umständen vermeiden." Bei Sanktionen bestehe die Gefahr, dass Russland sich noch weiter vom Westen distanziere, sagte Fitschen der "Zeit". "Das wäre weder für Deutschland noch für Europa gut, politisch wie wirtschaftlich." Russland steht auf Platz elf der deutschen Handelspartner. 6200 deutsche Firmen treiben dort Handel, das Handelsvolumen liegt bei mehr als 76 Milliarden Euro. Die deutsche Wirtschaft hat allein in einem Jahr 20 Milliarden Euro investiert.

Es würde die deutsche Wirtschaft empfindlich treffen, sollte sich der Konflikt zur Handelskrise mit wechselseitigen Sanktionen auswachsen, warnte Anton Börner, Chef des Außenhandelsverbands. Ein scharfes Schwert wäre besonders ein "Gesetz zur Enteignung ausländischer Unternehmen", das bereits in der russischen Duma im Gespräch sei. "Das wäre ein schwerer Schlag für die westliche Wirtschaft."

(dpa/rtr)