Umwleltfreundliche Autos Das Förder-Aus droht – für wen ein Plug-in-Hybrid lohnt

Düsseldorf · Bundeswirtschaftsminister Habeck will die Förderung zum Jahresende einstellen. Was das für die potenziellen Fahrer heißt und wann man generell von der Anschaffung eines Plug-in-Hybrids profitiert

 Mit Akku und Verbrenner: ein Plug-in-Hybrid an der Strippe.

Mit Akku und Verbrenner: ein Plug-in-Hybrid an der Strippe.

Foto: dpa/Christoph Soeder

Nach der Ankündigung von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), die Förderung von Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen zum Ends dieses Jahres auslaufen zu lassen, droht jenen, die solche Autos bestellt haben, ein böses Erwachsen, Denn manche Plug-in-Hybride haben extrem lange Lieferzeiten, sodass sie möglicherweise erst nach dem Jahreswechsel ausgeliefert werden. Dann wäre der Anspruch auf eine Prämie von 4500 Euro bei Neuwagen bis 40.000 Euro Listenpreis (plus 2250 Euro Herstelleranteil) und 3750 Euro für teurere Modelle aber nicht mehr realisierbar. Minister Habeck hatte das (noch nicht offiziell beschlossene) Auslaufen der Prämie damit begründet, dass diese Fahrzeuge marktfähig seien und keine Förderung mehr bräuchten.

Ein Plug-in-Hybrid hat einen Akku, der sowohl über den Verbrennungsmotor als auch mit einem Stecker am Stromnetz geladen werden kann. Der Akku ist meist größer als bei einem reinen Hybrid und damit näher am Elektroauto. Für wen lohnt sich ein solches Fahrzeug? Die einfache Antwort des Automobilclubs ADAC: „Wer mindestens ein Drittel seiner Strecken rein elek­trisch fahren kann und eine Steckdose zur Verfügung hat, für den wird‘s interessant.“ Also, wer die Dose zu Hause hat, eine öffentliche Ladesäule oder eine Lademöglichkeit beim Arbeitgeber nutzen kann. Zu Hause lädt man dann am besten nachts, wenn man das Auto nicht benötigt.

Je voller der Akku beim Start ist, umso besser. Denn wer konsequent auflädt, nutzt das Potenzial wirklich. Fährt man mit (teil-)entleerter Batterie, steigt der Spritverbrauch, und der Plug-in verfehlt seinen Zweck. Wer sein Fahrzeug während der Arbeitszeit, des Einkaufs oder Restaurantbesuchs aufladen kann, kann Geld sparen. Dann startet das Fahrzeug immer mit vollem Akku. So weit wie möglich elektrisch und vor allem dann vom Verbrennungsmotor unterstützt, wenn man stark beschleunigt, Berge hinauffährt oder auf Autobahnen einen Bleifuß hat – was sowieso nichts mehr mit umweltschonendem Fahren zu tun hat.

Für die Verbrauchsrechnung hat der ADAC ein einfaches Beispiel gewählt: Mit einer Aufladung von zehn Kilowattstunden wurde der Verbrauch auf 100 Kilometern um 3,5 Liter Super gesenkt. Den Stromkosten von drei Euro (das könnten bei vielen angesichts gestiegener Energiekosten allerdings auch annähernd vier Euro sein) stehe dann eine Spritkostenersparnis von 4,50 bis fünf Euro gegenüber. Steige der Benzinpreis, werde die Ersparnis noch größer.

Interessant können die Plug-ins auf jeden Fall auch für Dienstwagen-Fahrer sein. Denn das Finanzamt schlägt bei pauschaler Versteuerung nur ein halbes Prozent des Bruttolistenpreises aufs Monatsgehalt des Fahrers auf – statt einem Prozent, wie es bei Autos mit Verbrennungsmotor der Fall ist. Damit sinkt die Steuerlast. Auch ein Grund fürs umweltschonende Fahren. Das funktioniert im Übrigen auch bei Plug-ins umso besser, je kleiner und leichter das Fahrzeug ist.