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Stuttgart: Daimler möchte Preise für seine Autos erhöhen

Stuttgart : Daimler möchte Preise für seine Autos erhöhen

Der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche wird vermutlich seinen bis 2016 laufenden Vertrag verlängert bekommen.

Daimler will die derzeit große Nachfrage nach seinen Autos nutzen, um bei der Marge im Vergleich zur Konkurrenz aufzuschließen. Dafür will der Stuttgarter Autobauer nun höhere Preise durchsetzen. Man wolle die Rabatte deutlich zurückfahren, sagte Konzernchef Dieter Zetsche gestern in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Speziell bei den Kompaktmodellen sei die Nachfrage höher als das Angebot. Das helfe, höhere Preise zu erzielen, sagte Zetsche. Auch die Listenpreise einiger Modelle könnten leicht steigen.

Mit den Margen der Kompaktwagen sei man bereits "sehr zufrieden". Am größten sei der Abstand zu den Rivalen BMW und der Volkswagen-Tochter Audi aber weiterhin in China. "Daran arbeiten wir", sagte Zetsche. In diesem Jahr solle die Rendite auf dem weltgrößten Automarkt steigen. So habe Daimler etwa die Rabatte für die E-Klasse, die vergangenes Jahr eine Frischzellenkur erhielt, seitdem um rund die Hälfte zurückfahren können. Auch für die C-Klasse, deren nächste Generation vom Frühjahr an zu den Händlern kommt, ist er optimistisch.

Auch in eigener Sache kann Zetsche optimistisch sein. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Konzernkreise berichtete, will der Aufsichtsrat Zetsches Vertrag im kommenden Jahr voraussichtlich verlängern. Der aktuelle Kontrakt ist erst vor rund einem Monat in Kraft getreten und läuft 2016 aus.

Im vergangenen Jahr war Zetsches Vertrag wegen Querelen mit dem Betriebsrat nur um drei statt um fünf Jahre verlängert worden. Rückenwind geben ihm nun die guten Bilanzzahlen, die er am Donnerstag präsentiert hat. Dabei hatte er aber noch betont, sein aktueller Vertrag sei gerade erst in Kraft getreten. Zetsche: "Das ist vielleicht für die Medien, aber sicher nicht für mich ein Zeitpunkt, über weitere Verträge nachzudenken."

(RP)