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Corona lässt Bierabsatz weiter schrumpfen

Fassbier-Flaute in der Pandemie : Corona lässt Bierabsatz weiter schrumpfen

Im Lockdown hatte die Gastronomie zwangsweise geschlossen. Das hat sich in den ersten sechs Monaten vor allem beim Verkauf von Fassbier ausgewirkt. Die Bierbrauer liegen derzeit deutlich unter Vorjahr.

Bierbrauer zu sein, ist gegenwärtig in Deutschland nicht gerade das pure Vergnügen. Zwar haben die Lockerungen in der Gastronomie die Stimmung zuletzt aufgehellt, aber von Entspannung kann am Biermarkt noch keine Rede sein.

Nach den neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes haben die Deutschen in den ersten sechs Monaten des Jahres knapp fünf Prozent weniger Bier getrunken als im gleichen Vorjahreszeitraum – und das vermutlich vor allem, weil sie es im Lockdown mit seinen erzwungenen Gastro-Schließungen weniger konnten. Rund 3,3 Milliarden Liter wurden im Inland verkauft. Das Absatzminus hat auch der Export von 900 Millionen Litern (plus 3,5 Prozent) nicht auffangen können. Unter dem Strich steht ein Rückgang von 2,7 Prozent.

Das liegt natürlich vor allem am Rückgang beim Fassbier-Verkauf. Die Zahlen in derr neuesten Auswertung des Branchendienstes „Inside“ sprechen Bände. Dort gibt es in den Top Ten sieben Verlierer. Größter Gewinner ist die Brauerei Veltins, die 3,2 Prozent zugelegt hat. Bei den Sauerländern muss man aber wissen, dass sie schon vor dem Ausbruch der Pandemie nur gut ein Sechstel ihres Umsatzes mit Fassbier gemacht haben und darum vom Einbruch beim Fassbier weniger betroffen waren als Teile der Konkurrenz, bei denen das Gastronomiegeschäft eine ungleich größere Rolle spielt. Dazu gehören Krombacher, Oettinger und Bitburger, die in der Gesamtschau noch vor Veltins liegen und beim Fassbierverkauf zwischen 36 und 45 Prozent verloren. Besonders markant waren 2021 die Rückgänge im Januar (minus 27 Prozent) und Februar (minus 19). Erklärung: Anders als 2021 waren der Januar und der Februar des Vorjahres noch von Beschränkungen befreit. Die ersten Corona-Fälle  in Deutschland gab es erst im Februar 2020.