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Confiserie-Gruppe muss Insolvenz anmelden

Süßwarenhandel : Confiserie-Gruppe muss Insolvenz anmelden

Das Schokoimperium aus Arko, Hussel und dem Teehändler Eilles soll in Eigenverwaltung saniert werden. Wieder einmal versetzt Corona einem deutschen Handelskonzern einen schweren Schlag.

Zum wiederholten Mal ist eine bekannte deutsche Handelsgruppe durch die Corona-Pandemie in große Schwierigkeiten geraten: Zwei Jahre nach dem Zusammenschluss zur größten Confiseriekette Europas muss die Deutsche Confiserie-Holding Insolvenz anmelden. Das Unternehmen soll in Eigenverwaltung saniert werden, das heißt: Die Geschäftsführung bleibt im Amt, ihr werden einer oder mehrere Sachwalter zur Seite gestellt. In diesem Fall sind das die beiden Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin und Tjark Thies.

Das Amtsgericht Norderstedt in Schleswig-Holstein sei dem Antrag des Unternehmens am vergangenen Montag gefolgt, berichteten die „Kieler Nachrichten“. Nach Angaben der Deutschen Confiserie-Holding sind durch das Insolvenzgeld, das die Bundesagentur für Arbeit zahlt, Löhne und Gehälter der Belegschaft für die kommenden drei Monate gesichert.

Die Gruppe, zu der so bekannte Namen wie Hussel und Arko gehören, leidet nach eigenen Angaben stark unter den Beschränkungen in der Corona-Krise. Wie so oft hat der zweite Lockdown in der Vorweihnachtszeit, die in der Regel das meiste Geschäft für den Einzelhandel bringt, auch Arko, Hussel und Co. in die Bredouille gebracht – wenngleich es auch in diesem Fall schon vor dem Ausbruch der Pandemie Schwierigkeiten gab Die gesamte Gruppe betreibt mit etwa 1600 Mitarbeitern rund 300 eigene Filialen und darüber hinaus Verkaufsstellen bei anderen Händlern, in Lebensmittelmärkten und Bäckereien. Dazu kommen Filialen und Franchise-Betriebe in den Nachbarländern Österreich und Tschechien.

Vor zwei Jahren hatte Arko Hussel von dem Finanzinvestor Emeram Capital übernommen, für den der frühere Metro-Vorstandsvorsitzende Eckhard Cordes arbeitet. Im Jahr 2014 hatte Emeram Capital selbst Hussel der Handelskette Douglas abgekauft, die in dieser Zeit ihr Portfolio bereinigte, sich auf das Parfümeriegeschäft konzentrieren wollte und nach und nach nicht nur Hussel, sondern beispielsweise auch die Buchkette Thalia, den Schmuckhändler Christ und die Modekette Appelrath Cüpper veräußerte. Hussel ist heute in der Region unter anderem in Düsseldorf, Krefeld, Neuss, Solingen, Remscheid, Ratingen, Köln, Bonn und Münster vertreten. Arko selbst, das vor mehr als 60 Jahren durch Kaffeehändler gegründet wurde, verkauft Kaffee und Confiserieartikel, wie Pralinen, Trüffel, Edelschokoladen, Gebäck und Süßwaren. Das Unternehmen ist stark in Norddeutschland tätig, aber auch in Düsseldorf vertreten. Auch der süddeutsche Teehändler Eilles gehört zur Deutsche-Confiserie-Gruppe.