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Commerzbank: Wo in der Region Filialen schließen

Abbau von Niederlassungen : Wo in der Region Commerzbank-Filialen wegfallen

Die Bank will massiv sparen und will deshalb auch viele Niederlassungen schließen. Allein in der Region West sollen 2021/2022 rund 100 Filialen dicht gemacht werden – ein Großteil sogar noch in diesem Jahr.

Frankfurt Dem von der Commerzbank angekündigten Streichkonzert bei den Niederlassungen fallen viele Filialen in der Region zum Opfer. Allein in der Region West, die nicht nur Nordrhein-Westfalen sondern auch einen kleinen Teil von Niedersachsen umfasst, sollen 99 Zweigstellen geschlossen werden, wie eine Sprecherin der Bank auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte. Gestrichen werden allein neun Niederlassungen im Kölner Stadtgebiet, außerdem fünf Filialen in Düsseldorf sowie Zweigstellen unter anderem in Bonn, Borken, Duisburg, Geldern, Heiligenhaus, Emmerich, Goch, Kempen, Krefeld, Xanten, Coesfeld, Dülmen, Grevenbroich, Remscheid, Wuppertal und Herzogenrath. 74 Niederlassungen werden ab Oktober noch in diesem Jahr schließen, der Rest folgt dann 2022.

Die Schließungsankündigungen sind Teil eines Plans, bei dem die Commerzbank ihr bundesweites Filialnetz um 340 auf 450 Standorte verkleinern und in Deutschland 9000 Vollzeitjobs streichen will. Wie viele Arbeitsplätze konkret in den Niederlassungen betroffen sein könnten, bleibt vorerst offen. So ist noch unklar, ob und wie viele Beschäftigte an einen anderen Standort wechseln und wie viele an einem Programm teilnehmen, bei dem sie freiwillig ausscheiden.

Die Bank plant bis Ende 2024 mit Aufwendungen zwischen 1,8 Milliarden und zwei Milliarden Euro für den Umbau. Sie will gleichzeitig den Standort Düsseldorf stärken, der eine von zwei bundesweiten Marktregionen wird (bisher fünf), die zwei Millionen Privat- und Unternehmenskunden betreuen sollen. „„Wir sehen uns mit bundesweit mehr als 450 Filialen, neuen Beratungscentern und einer starken Region West mit zukünftig 112 Filialen gut aufgestellt“, sagte Bereichsvorstand Mario Peric unserer Redaktion.  „Wir rechnen damit, dass wir auch Kunden verlieren“, so Peric. Aber man werde um jeden Kunden kämpfen, so der Bereichsvorstand.

Die jüngst geschlossene Vereinbarung mit der Gewerkschaft Verdi beinhaltet unter anderem, dass Commerzbank-Beschäftigte bis zum Geburtsjahrgang 1968 acht Jahre lang in Altersteilzeit oder für sieben Jahre in den Vorruhestand gehen können sollen. Wer sich schnell entscheidet, soll eine Prämie von 30.000 oder 60.000 Euro bekommen, je nachdem, ob er/sie sich für den Vorruhestand oder ein Freiwilligenprogramm entscheidet, bei dem die Beschäftigten einer Vertragsauflösung zustimmen. Dieses Freiwilligenprogramm startet nach Angaben von Peric am 19. Juli.