Christiane Schönefeld soll in den Vorstand der Bundesagentur für Arbeit

Personaldebatte : Schönefeld soll in Vorstand der Bundesagentur

Die Chefin der NRW-Regionaldirektion könnte davon profitieren, dass Personalvorstand Holsboer den Rückhalt im Verwaltungsrat verloren hat. Der Verwaltungsrat entscheidet am 12. Juli.

Eine Personaldiskussion erschüttert die Bundesagentur für Arbeit (BA). Die einzige Frau im dreiköpfige Vorstand, die Juristin Valerie Holsboer, hat den Rückhalt im Arbeitgeberlager verloren. Auf der Verwaltungsratssitzung am 12. Juli solle Holsboer abberufen werden und eine Nachfolgerin gewählt werden. Das Gremium ist zu je einem Drittel mit Vertretern der Arbeitgeber, der Gewerkschaften und der öffentlichen Hand besetzt. Die 42-Jährige ist seit zwei Jahren als Vorstand für die Bereiche Personal und Finanzen verantwortlich. Auch wenn nun aus Verwaltungsratskreisen gestreut wird, dass Holsboer den Aufgaben nicht gewachsen war, dürfte ihr am Ende ihre Unabhängigkeit zum Verhängnis geworden sein. Sie war zwar  die Vorstandskandidatin der Arbeitgeber, hatte sich dann aber beispielsweise aufgeschlossen für ein Projekt gezeigt, bei dem es um die „lebensbegleitende Berufsberatung im Erwerbsleben“ geht, heißt es aus BA-Kreisen. Das war dem Arbeitgeberlager offenbar doch zu progressiv. Insbesondere Verwaltungsratschef Peter Clever, der zugleich Hauptgeschäftsführer bei der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände ist, osll zuletzt auf Holsboers Ablösung hingearbeitet haben.

Als  interne Nachfolgerin gilt einzig die Chefin der NRW-Regionaldirektion, Christiane Schönefeld. Die 61-Jährige kennt die BA aus dem Effeff. Nach ihrem Jura-Studium in Köln meldete sich die gebürtige Lüdenscheiderin 1986 beim Düsseldorfer Arbeitsamt arbeitslos. Das vermittelte die Volljuristin weiter –  im eigenen Haus. Schönefeld machte Karriere, scheute nicht vor schwierigen Aufgaben zurück: Mitte der 90er-Jahre  wurde sie Direktorin des Arbeitsamtes Duisburg – damals der Bezirk  mit der höchsten Arbeitslosigkeit in NRW. 1999 wurde sie Vizepräsidentin des Landesarbeitsamtes NRW. 2002 wurde aus der Bundesanstalt die Bundesagentur, 2004 stieg Schönefeld zur Vorsitzenden der Geschäftsführung der NRW-Regionaldirektion auf. Die verwitwete Mutter zweier erwachsener Töchter hat sich längst über die Grenzen von NRW hinaus einen Namen gemacht. Zuletzt vertrat sie die Interessen der BA in der Kohlekommission und etablierte sich so auf dem Berliner Parkett. Schönefeld, die stets ruhig und sachlich argumetiert, aber auch unbequeme Wahrheiten offen ausspricht, äußerte sich bislang nicht  – sie weilt derzeit im Urlaub. Die Regionaldirektion erklärte auf Anfrage: „Personalentscheidungen sind Sache des Verwaltungsrates.“ 

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