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Duisburg: Celesio-Verkauf von Haniel glückt

Duisburg : Celesio-Verkauf von Haniel glückt

McKesson bessert das Angebot nach und ist im zweiten Anlauf erfolgreich.

Gut zwei Wochen nach der gescheiterten Übernahme des Stuttgarter Pharmagroßhändlers Celesio durch den Konkurrenten McKesson unternahmen die Amerikaner nun einen neuen Versuch – mit Erfolg. McKesson bietet den Celesio-Aktionären in seiner neuen Offerte 23,50 Euro je Aktie in bar, wie die Amerikaner gestern Abend mitteilten. Das neue Angebot sei an keine Bedingungen geknüpft.

Mehr noch: Anders als beim ersten Mal haben sich die Amerikaner nun bereits knapp 76 Prozent der Celesio-Aktien vom Eigentümer Haniel gesichert. Der verschuldete Duisburger Familienkonzern hatte zuvor seinen Anteil an Celesio von etwas mehr als 50 Prozent auf 75,99 Prozent aufgestockt, in dem er dem amerikanischen Hedgefonds Elliott dessen Aktien-Paket abkaufte.

Zudem sicherte sich McKesson nun zwei Celesio-Wandelanleihen im Nominalwert von zusammen 700 Millionen Euro. Damit wird es für McKesson auch nach der Umwandlung dieser Anleihen in Aktien zu einem Anteil von rund 75 Prozent an Celesio reichen – ohne, dass auch nur ein weiterer Celesio-Aktionär seine Papiere anbietet.

An dem Vorhaben von McKesson, die Dreiviertel-Mehrheit an Celesio zu erwerben, war kurz nach Jahresbeginn der Deal zunächst gescheitert. McKesson wäre nur auf einen Anteil von 72 Prozent gekommen. Dass die Amerikaner seinerzeit mit ihrer Offerte erfolglos blieben, lag wohl daran, dass einige Fondsmanager ihre Wandelschuldverschreibungen für den von McKesson gebotenen Preis nicht verkaufen wollten. Der amerikanische Hedgefonds Elliott hatte dagegen kurz vor dem Ende der Angebotsfrist seinen Widerstand gegen das Geschäft aufgegeben, nachdem McKesson sein Angebot nachgebessert hatte.

Haniel will durch den Verkauf seiner Celesio-Anteile an McKesson gut zwei Milliarden Euro einnehmen. Und das bringt den Konzern auf dem Weg, seine Verbindlichkeiten zu senken, ein ganzes Stück voran. Ende des vergangenen Jahres drückten die Duisburger Holding noch 1,6 Milliarden Euro Nettofinanzschulden.

Die Mittel aus dem nun vereinbarten Verkauf will Haniel nach früheren Angaben allerdings nicht nur für den Abbau von Schulden einsetzen, sondern auch für strategische Investitionen in mögliche neue Geschäftsfelder. Details dazu könnte Haniel-Chef Stephan Gemkow noch in diesem Jahr bekannt geben.

(gw)