CDU-Politiker Thomas Jarzombek aus Düsseldorf trifft Elon Musk

SpaceX : Düsseldorfer Politiker trifft Elon Musk zum Kaffee

Thomas Jarzombek kümmert sich für die Bundesregierung um die Luft- und Raumfahrt – und trifft dabei immer wieder prominente Gesprächspartner.

(ujr) Elon Musk  ist in der Wirtschaft einer der gefragtesten Gesprächspartner. Mit den Elektroautos von Tesla ist er weltberühmt geworden, und so, wie er dort die breite Nutzung der E-Mobilität anstrebte, will der gebürtige Südafrikaner jetzt mit seiner  Firma SpaceX die industrielle Nutzung der Raumfahrt vorantreiben. „Wir stehen genau an dieser Schwelle und müssen aufpassen, dass der Zug nicht ohne uns abfährt“, sagt Thomas Jarzombek.

Der CDU- Bundestagsabgeordnete aus Düsseldorf ist seit April Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt. Das bringt ihm spannende Begegnungen ein, wie seine Posts in den sozialen Netzwerken zeigen. So begegnete Jarzombek gleich nach dessen Rückkehr zur Erde dem deutschen ISS-Kommandanten Alexander Gerst. Letzte Woche traf er Elon Musk auf einen Kaffee.

Das hört sich unkompliziert an, und wer bei Jarzombeks Termin in Los Angeles Filmszenen von Wolkenkratzern, zentimeterdicken Teppichböden und vielen Vorzimmern vor Augen hat, wird enttäuscht sein. Als kompliziert erwies sich höchstens der Vorlauf des Treffens. Es war seit Wochen angefragt, „aber dass ich Elon Musk treffen würde, erfuhr ich erst, als ich ins Flugzeug nach Amerika stieg“, sagt Jarzombek. Mit ihm unterwegs waren unter anderem die Bundestagsabgeordneten  Klaus-Peter Willsch (CDU) als Vorsitzender der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt sowie Klaus Ernst (Die Linke), zudem der Airbus-Manager Andreas Hammer und Hansjörg Dittus, Raumfahrtvorstand beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Dittus‘ Kontakte waren für Jarzombek hilfreich, denn Musks Vize-Präsident Hans Koenigsmann hat früher bei der DLR gearbeitet.   

Der Zugang zu Musk war dann ziemlich „easy“, nach dem Betreten des Gebäudes und dem Passieren der Security ging es gleich rechts in ein Großraumbüro, wo Musk unter seinen Mitarbeitern saß, abgetrennt allein durch einen üblichen Sichtschutz. Auf einem Tisch an der Seite standen einige Getränke, unter anderem eine Flasche Rocket-Schnaps. Ein großes Geplänkel gab es nicht, Musk hatte eine halbe Stunde Zeit und kam gleich zur Sache. „Was ist Ihr Thema“, fragte er umgehend.  Als „sehr fokussiert und  sehr analytisch“ beschreibt ihn Jarzombek. Der CDU-Politiker wollte die mögliche Zusammenarbeit mit SpaceX ausloten. Deutsche Ingenieurkunst zähle auch in den USA, Musks Firma baue an jedem Werktag einen Raketenmotor, rund 200 im Jahr. Eine Hälfte werde für die Nasa bereitgestellt, etwa für Versorgungsflüge zur ISS-Raumstation, die andere Hälfte für private Unternehmen, die Satelliten ins All transportieren wollten.

Jarzombek traut Musk Großes zu, Flüge für jedermann ins All, vielleicht zum Mars, den der Unternehmer sogar kolonialisieren möchte. Europäische  Unternehmen könnten Partner sein. SpaceX konstruiere wiederverwertbare Raketen, deren punktgenaue Landung auf Schiffen im Meer auf Youtube jeder anschauen könne. Airbus oder Airbus-Ableger wiederum bauten zentrale Raketen-Module für die ISS und in Bremen auch für das neue Orion-Raumschiff der Nasa, so dass es Anknüpfungspunkte bei der industriellen Nutzung der Raumfahrt geben könne, so Jarzombek. Ob was daraus wird, ist offen. Ein bisschen orakeln konnte der Düsseldorfer dann beim Abendessen mit Experten von Jet Propulsion Laboratory (JPL), die unter anderem die Voyager-Sonden ins All geschossen haben.

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