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Düsseldorf: Busse und Autovermieter profitieren von Streik

Düsseldorf : Busse und Autovermieter profitieren von Streik

Viele Pendler stiegen aufgrund des Bahnstreiks am Wochenende auf den Fernbus oder das Auto um.

Für Millionen Ferien-, Fußball-, Wochenendpendler und Urlauber war das Reisen am Wochenende schwierig. Die meisten ICE sowie viele Regionalzüge und S-Bahnen blieben aufgrund des Lokführerstreiks in ihren Depots. Während der Zorn der Reisenden auf die Lokführergewerkschaft GDL wuchs, kam den Anbietern alternativer Verkehrsmittel der Ausstand sehr gelegen: Er trieb ihnen scharenweise neue Kunden zu.

Am stärksten profitierten die Fernbus-Unternehmen. MeinFernbus verzeichnete das "erfolgreichste Wochenende der Unternehmensgeschichte", sagte Sprecher Florian Rabe. Der Fernbusanbieter verzeichnete eine Verdreifachung der Buchungen, 100 Zusatzfahrten wurden organisiert. "Vor allem für Fahrten aus Nordrhein-Westfalen und nach Nordrhein-Westfalen war die Anfrage groß", so Rabe.

Auch FlixBus zog eine positive Bilanz: "Das war ein Rekordwochenende", sagte Bettina Engert, Sprecherin des Unternehmens. "Im Gegensatz zu einem normalen Wochenende haben wir den Umsatz verdreifacht." Auf der Linie Düsseldorf-Hamburg wurden doppelt so viele Fahrgäste befördert wie sonst und auch auf den Strecken Düsseldorf-Berlin und Düsseldorf-München seien viele Doppeldecker-Busse sowie einige Zusatzbusse eingesetzt worden. Die Website des Unternehmens war aufgrund der hohen Nutzerzahl zeitweise langsam, und "die App wurde zehn Mal so oft heruntergeladen wie normalerweise", so Engert. Matthias Schröter, Sprecher des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer, sprach von "purem Wahnsinn".

Viele Passagiere wichen auch auf Mietwagen aus - Sixt dachte sich einen besonderen Werbegag aus und dankte den Lokführern mit dem Spruch: "HDGDL, GDL" ("Hab' dich ganz doll lieb, GDL"). Laut Oliver Huq vom Verband deutscher Autovermieter sei die Nachfrage nach Mietwagen um 20 bis 40 Prozent gestiegen. Da am Wochenende jedoch vermehrt Privatleute und keine Geschäftskunden vom Streik betroffen waren, seien keine Rekordwerte erreicht worden. "Ohne Reservierung war aber nichts möglich", so Huq.

Unter den Taxifahrern war die Stimmung geteilt. Laut Dennis Klusmeier von Taxi Düsseldorf sei zwar generell mehr zu tun gewesen, viele Taxifahrer an Bahnhöfen hätten allerdings vergeblich auf ein besseres Geschäft gewartet. "Die Leute kamen erst gar nicht dort an", so Klusmeier. "Und weil Privatpersonen flexibel sind, haben viele ihre Reise gleich ganz abgesagt."

(RP)