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Bus- und Bahnfahren in NRW wird teurer: So viel kosten bald die Tickets

Preise des öffentlichen Nahverkehrs : Bus- und Bahnfahren in NRW wird teurer: So viel kosten bald die Tickets

Viele Verkehrsbetriebe und die Deutsche Bahn erhöhen im Winter ihre Ticketpreise. Wie die Unternehmen das rechtfertigen und wie viel Fahrgäste in NRW künftig mehr zahlen müssen.

Wer in NRW mit dem Bus oder der Bahn unterwegs ist, muss zum Jahreswechsel teilweise mehr für sein Fahrtticket bezahlen. Der Verkehrsbund Rhein-Ruhr (VRR) zum Beispiel, zu dem unter anderem die NRW-Städte Düsseldorf und Duisburg gehören, erhöht seine Preise zum 1. Januar 2022 – und zwar im Durchschnitt um 1,7 Prozent. Der Verbund reagiere damit auf die angespannte Marktsituation.

Neben den Einnahmeausfällen während der Corona-Pandemie belasteten die stetig steigenden Betriebskosten die Verkehrsunternehmen, heißt es seites des VRR zur Begründung. Dass der Finanzierungsbedarf durch die Erhöhungen ausgeglichen werde, sei wichtig, „um ein zukunftsfähiges Nahverkehrsangebot im VRR zu sichern, das klima- und umweltfreundlich ist“, terklärte ein Verbundsprecher.

Der Preis des Einzeltickets für Erwachsene steigt im kommenden Jahr im VRR um zehn Cent. Auch die Kosten für Einzelkunden-Abonnements werden erhöht. Aktuell kostet etwa ein Ticket1000-Abo in der Preisstufe A3 (gilt innerhalb von Großstädten mit sehr dichtem Nahverkehrsangebot) noch 70,29 Euro im Monat. Ab Januar 2022 muss für das gleiche Angebot 71,13 Euro gezahlt werden. Der Preis für das Sozialticket der Preisklasse A erhöht sich um 45 Cent von 39,35 Euro auf 39,80 Euro. Das Schokoticket für Schüler unter 25 Jahren kostet nach dem neuen Tarif 38 Euro. Aktuell liegt dafür der Preis in der Stufe D noch bei 37,35 Euro monatlich. Es werden jedoch nicht alle Angebote teurer. Die Einzeltickets für Kinder im VRR kosten so zum Beispiel auch im kommenden Jahr 1,70 Euro.

Beim Verkehrsbund Rhein-Sieg (VRS) steigen die Ticketpreise den Angaben zufolge im Schnitt um 1,5 Prozent. Zum Verbundraum gehören unter anderem Köln und Bonn. Die Preise für ein Einzelticket in Papierform für Kinder und Erwachsene bleiben hier konstant. Dafür werden die Handy- und Onlinetickets teurer: Erwachsene zahlen für eine Einzelfahrt zehn Cent mehr und damit 1,90 Euro, Kinder fünf Cent und damit 95 Cent. Ein 24-Stunden-Ticket für eine Person kostet ab Januar ausgedruckt 7,50 Euro in der Kategorie 1a. Das sind 20 Cent mehr als bisher. Für ein Monatsticket müssen Erwachsene in der gleichen Kategorie bald 81,20 Euro zahlen. Zur Zeit kostet der Tarif noch 78,10 Euro. Der Zuschlag für die Fahrradmitnahme erhöht sich beim VRS-Einzelticket nicht, kostet jedoch im Monat bald 40,60 Euro statt wie bisher 39,10 Euro.

Und auch die Deutsche Bahn wird ihre Preise in bestimmten Bereichen erhöhen – und zwar schon ab dem 12. Dezember diesen Jahres. So steigen der Flexpreis und die Preise für Streckenzeitkarten um durchschnittlich 2,9 Prozent. Auch Bahncards werden um 2,9 Prozent teurer. Bei den Bahncards 25 und 50 handelt es sich nach Angaben des Unternehmens die erste Erhöhung seit sieben Jahren.

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Der Preisaufschlag von insgesamt durchschnittlich 1,9 Prozent ist der höchste seit 2012. Danach hatte es zum Teil auch Nullrunden gegeben. 2020 sanken die Preise im Fernverkehr um zehn Prozent, nachdem der Bund die Mehrwertsteuer gesenkt hatte. Damit sollten mehr Menschen dazu bewegt werden, Bahn zu fahren statt ins Auto oder Flugzeug zu steigen.

Eine Preiserhöhung im Regionalverkehr hat die Bahn für dieses Jahr noch nicht angekündigt. Dort macht die Bahn die Preise jedoch nur für Fahrten außerhalb von Verkehrsverbünden, was etwa jede fünfte Kundenfahrt betrifft.

(zim/cwe/dpa)