1. Wirtschaft

Bundesverkehrsministerium: Treibhausgas-Emissionen im Verkehr seit 2009 stark gestiegen

Papier des Bundesverkehrsministeriums : Treibhausgas-Emissionen im Verkehr seit 2009 stark gestiegen

Die Treibhausgas-Emissionen des Verkehrssektors sind in den zehn Jahren zwischen 2009 und 2018 um rund zehn Millionen Tonnen CO2 auf 163 Millionen angestiegen. Das geht aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor.

Die Treibhausgas-Emissionen des Verkehrssektors sind in den zehn Jahren zwischen 2009 und 2018 um rund zehn Millionen Tonnen CO2 auf 163 Millionen angestiegen. Das geht aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor. Der Anteil des Verkehrssektors an allen deutschen Emissionen ist demnach von 16,9 auf zuletzt 19,1 Prozent angestiegen. Der mit Abstand größte Teil der Emissionen entfällt auf den Straßenverkehr: 96,4 Prozent aller Verkehrsemissionen würden auf der Straße entstehen, so die Antwort.

Der fehlende Beitrag des Verkehrssektors zum Klimaschutz ist seit Jahren ein kontroverses Thema in der Politik. Die Grünen werfen dem über viele Jahre CSU-geführten Bundesverkehrsministerium vor, zu viele Investitionsmittel in den emissionsstarken Straßenverkehr zu stecken statt in die klimafreundlicheren Verkehrsmittel Bahn und Fahrrad. In seiner Antwort verteidigt sich das Verkehrsministerium: Gerade in letzter Zeit seien die Mittel für die Bahn und den Fahrradverkehr überproportional hochgefahren worden. Allerdings liegen dem Ministerium Emissionsdaten für die Jahre 2019 und 2020 bislang noch nicht vor.

Der Anteil der Straßengüterverkehrsemissionen an den gesamten Emissionen des Straßenverkehrs betrug 2018 dem Papier zufolge 26,6 Prozent oder 43 Millionen Tonnen CO2. Die Emissionen des Luftfrachtverkehrs erhöhten sich zwischen 2009 und 2018 von 75.000 auf 87.000 Tonnen, der Anteil des innerdeutschen Flugverkehrs nahm hingegen leicht ab, so dass auch der Anteil des Luftverkehrs an den gesamten Emissionen des Verkehrs von 2009 (1,5 Prozent) bis 2018 (1,2 Prozent) leicht zurück ging. 85,6 Prozent des Güterverkehrsaufkommens in Deutschland wurde 2020 dem Papier zufolge via Lkws abgewickelt und nur neunn Prozent mit der Schiene. Das Verkehrswachstum des Güterverkehrs des letzten Jahrzehnts wurde demnach vorwiegend vom Straßengüterverkehr getragen und alle technischen Effizienzgewinne in der Technik durchsauberere Motoren wurden auf diese Weise durch das Verkehrswachstum mehr als wett gemacht.

„Dass Deutschland seine Klimaschutzziele im Verkehrssektor reißen wird, hat einen Grund und der heißt CSU. Über zwölf Jahre hinweg haben die CSU-Verkehrsminister Ramsauer, Dobrindt und Scheuer mit ihrer Straßenbeton-Politik dafür gesorgt, dass immer mehr Verkehr über die Straße abgewickelt wird und die Schiene systematisch ins Hintertreffen gerät“, sagte Grünen-Verkehrspolitiker Sven-Christian Kindler. „Damit der Verkehr als klimapolitisches Sorgenkind endlich seinen Beitrag leistet, muss die Lkw-Maut auf alle Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen ausgeweitet und deutlich erhöht werden“, forderte er. Die Umwelt- und Lärmkosten dürften nicht länger der Allgemeinheit aufgebürdet werden.