Bundesbank präsentiert in Düsseldorf die neuen 100- und 200-Euro-Scheine

Neuer 100- und 200-Euro-Schein präsentiert : Im Wettlauf mit den Geldfälschern

Die Bundesbank hat in Düsseldorf die neuen 100- und 200-Euro-Scheine vorgestellt. Ende Mai werden sie in Umlauf gebracht. Durch neue Sicherheitsmerkmale wird es für Kriminelle künftig noch schwerer, die Scheine zu fälschen.

„Die Wahrscheinlichkeit, im Lotto viel Geld zu gewinnen, ist wahrscheinlich höher, als eine falsche Banknote zu bekommen.“ Das sagt Uwe Irmscher, Leiter des Bereichs Innen- und Filialbetrieb in der NRW-Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank. Er hat am Dienstag zusammen mit Margarete Müller, Präsidentin der NRW-Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank, in Düsseldorf die neuen 100- und 200-Euro-Scheine vorgestellt. Ab dem 28. Mai werden sie in Umlauf gebracht.

Irmschers Einschätzung beruht darauf, dass immer weniger falsche Banknoten von der Bundesbank in Deutschland registriert werden. 2018 lag die Anzahl der erfassten Falschgeld-Scheine bei knapp 58.000, mit einem Nennwert von 3,1 Millionen Euro – die meisten davon waren 50-Euro-Scheine (41.933). Das entspricht etwa sieben falschen Banknoten pro 10.000 Bürgern. Ein Jahr zuvor waren noch 73.000 falsche Euro-Banknoten registriert worden.

Das Falschgeld-Aufkommen in Deutschland bleibt damit auf einem niedrigen Niveau. Zurückzuführen sei dies auch auf die Einführung der neuen Europa-Serie. Denn dadurch wurde der Fälschungsschutz noch einmal verbessert. Laut Bundesbank müsste ein Mensch statistisch gesehen 900 Jahre alt werden, um einmal im Leben in Deutschland mit Falschgeld in Berührung zu kommen. „Man muss immer einen gewissen Vorsprung vor den Fälschern haben“, sagt Irmscher. „Denn sie gehen häufig sehr professionell vor und produzieren Druckfälschungen, die für den Laien nur bei genauem Hinsehen erkennbar sind.“

Im Wettlauf mit den Geldfälschern haben sich Europas Währungshüter neue Sicherheitsmerkmale ausgedacht, um es Kriminellen künftig noch schwerer zu machen. Die neuen 100- und 200-Euro-Scheine, die auch etwas kleiner sind als die alten, verfügen nun über eine Smaragdzahl, ein Satelliten- und ein Porträt-Hologramm (siehe Grafik). Vor allem die Smaragdzahl mache die neuen Geldscheine sehr fälschungssicher, sagt Wolfgang Leerhoff, Leiter der Bargeldabteilung der Bundesbank in Düsseldorf: „Wenn die Banknote gekippt wird, verändert sich die Farbe des Lichtbalkens auf der abgebildeten Zahl.“ Diesen Effekt würden Fälscher so niemals hinbekommen. Dieser Effekt würde zudem Laien helfen, Geldscheine auf ihre Echtheit zu überprüfen: „Alle Scheine, auf denen sich etwas bewegt und auf denen Farbveränderungen erkennbar sind, wenn man sie kippt, sind Original-Geldscheine“, sagt Leerhoff.

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