1. Wirtschaft

Frankfurt/Main: Bundesbank holt 37 Tonnen Gold

Frankfurt/Main : Bundesbank holt 37 Tonnen Gold

Bis 2020 soll die Hälfte der deutschen Goldreserven in Deutschland lagern.

Der Transport ihrer Goldbestände nach Deutschland ist nach Angaben der Bundesbank reibungslos verlaufen. "Es konnten bereits 37 Tonnen Gold von ausländischen Lagerorten nach Frankfurt am Main verlagert werden, davon 32 Tonnen aus Paris und 5 Tonnen aus New York", teilte die Deutsche Bundesbank mit. Das zurückgeholte Gold hätte damit einen Gegenwert von 1,1 Milliarden Euro.

Der Großteil des deutschen Goldes lagert im Ausland, vor allem bei der US-Notenbank Fed. Das Edelmetall ging vor allem in den 1950er und 1960er Jahren als Bezahlung hoher deutscher Außenhandelsüberschüsse in den Besitz der Bundesbank über. Nachdem Ende 2012 eine Debatte über die Sicherheit des Milliardenschatzes im Ausland entflammt war, hatte die Bundesbank angekündigt, bis 2020 schrittweise 300 Tonnen Gold von New York und 374 Tonnen Gold von Paris nach Frankfurt zu verlagern, wo sich bereits Bestände der Bank befinden — auch wenn sie die Sorge um die Sicherheit ihrer Goldreserven nie geteilt hatte.

Bis 2020 soll dann rund die Hälfte der knapp 3400 Tonnen Goldreserven in Deutschland lagern. Zuvor war es weniger als ein Drittel (31 Prozent). Unterstützt wird die Bundesbank beim Transport des Goldes von Experten der in Basel ansässigen Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Unabhängige Fachleute überwachen zudem die Qualität des Goldes. Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele erklärte gestern, die Notenbank habe alle Goldbarren, die nicht dem marktüblichen Standard entsprachen, umschmelzen lassen. Bei dem Prozess sei eine Vermischung mit fremdem Gold ausgeschlossen. Ende November 2013 hatte die Bundesbank Gold und Goldforderungen im Wert von 107,7 Milliarden Euro in ihren Büchern.

Verschwörungstheoretiker hatten immer wieder gemutmaßt, dass die Tresore der US-Notenbank leer seien, weil diese das Gold verkauft habe. Als Beleg nehmen die Zweifler den nur schleppenden Rücktransport nach Deutschland. Belege gibt es dafür jedoch nicht.

(dpa/RP)