Berlin: Brüderle lehnt Prämien für Kauf von E-Autos ab

Berlin: Brüderle lehnt Prämien für Kauf von E-Autos ab

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat staatliche Kaufprämien für Elektroautos abgelehnt, wie sie Frankreich oder die USA zahlen. "Mit staatlichen Kaufprämien würde man der Elektromobilität in Deutschland letztlich einen Bärendienst erweisen. Denn derartige staatliche Anreize können den Wettbewerb verzerren und zu Fehlanreizen führen", sagte Brüderle gestern in Berlin. "Auch in der Elektromobilität sind Markt und Wettbewerb der beste Motor für Innovationen und technischen Fortschritt."

Der FDP-Politiker reagierte damit auf Forderungen der deutschen Automobilindustrie. Diese verlange die Einführung steuerlicher Anreize für den Kauf von Elektroautos im Wert von 320 Millionen Euro jährlich, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die Forderung sei im Berichtsentwurf für die Nationale Plattform Elektromobilität enthalten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte das von der Autoindustrie dominierte Gremium vor einem Jahr ins Leben gerufen, um Deutschland bei der Elektromobilität nach vorn zu bringen. Der Bericht des Gremiums werde Merkel am 11. Mai vorgelegt.

Den gesamten Förderbedarf beziffern die Fachleute in ihrem Bericht auf 3,8 Milliarden Euro in den Jahren 2012 bis 2014. Wie viel davon der Staat übernehmen soll, wird offengelassen. Finanziert werden sollen mit dem Geld "Leuchtturm"-Forschungsprojekte in der Antriebstechnik, der Batterietechnik und im Leichtbau. Die deutsche Industrie werde 2012 bis 2014 in Forschung und Entwicklung rund um die Elektromobilität zwischen 13 und 17 Milliarden Euro investieren.

(RP)
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