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Essen: Bonse-Geuking soll Evonik an die Börse bringen

Essen : Bonse-Geuking soll Evonik an die Börse bringen

Bei der Suche nach einem neuen Chef für die RAG-Stiftung gerät der Widerstand der Bundesregierung gegen den ehemaligen Bundeswirtschaftsminister und Ex-Evonik-Chef Werner Müller ins Wanken. "Die Kanzlerin ist es leid, sich in dieser Frage zu verkämpfen", heißt es im Umfeld des Aufsichtsrates.

Hintergrund ist der wachsende Zeitdruck. Zum einen läuft der Vertrag des amtierenden Stiftungs-Chefs Wilhelm Bonse-Geuking im Juni aus. Zum anderen soll die Stiftung den Chemiekonzern Evonik an die Börse bringen, an dem sie noch 75 Prozent hält, um mit dem Erlös die Altlasten des Steinkohlebergbaus zu finanzieren. Noch ist das Umfeld für Börsengänge günstig. Wie lange das so bleibt, ist angesichts der Eurokrise ungewiss.

Trotzdem werden die 13 Kuratoren auf ihrer heutigen Sitzung in Berlin wohl erneut ohne offizielles Votum auseinander gehen. Denn der Ausgang der Wahlen im Saarland am kommenden Sonntag und das Wahlergebnis in NRW am 13. Mai haben Einfluss auf das Machtgefüge in der Stiftung: Beide Steinkohle-Länder besetzen jeweils Posten im Kuratorium. Dort sind die Fronten verhärtet: NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und IGBCE-Chef Michael Vassiliadis lehnen jede Alternative zu Müller, der der SPD nahesteht, ab. Die Suche der Union nach einem Kompromisskandidaten gilt als gescheitert.

Diskutiert werden soll nach Informationen unserer Zeitung heute folgende Lösung: Bonse-Geuking soll gebeten werden, bis zum Herbst zu verlängern und den Börsengang zeitnah einzuleiten. Danach könnte Müller eine halbe Amtszeit übernehmen, um schließlich von einem Wunschkandidaten der Union abgelöst zu werden.

(RP)