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Börse beurteilt Apple Watch skeptisch

Düsseldorf : Die Börsen beurteilen Apple Watch skeptisch

Der iPhone-Konzern hat die Erwartungen an Innovationen zwar erfüllt, Analysten zweifeln aber an der Computeruhr.

Drei Worte gehören bei Apple zum üblichen Bohei bei der Produktpräsentation: "One more thing." Eine Sache noch, so pflegte Gründer und Apple-Ikone Steve Jobs zum Ende einer Keynote noch den eigentlichen Kracher anzukündigen. Sein Nachfolger Tim Cook tat es ihm gleich, als er am Dienstagabend europäischer Zeit der Welt die ersten Blicke auf die Computeruhr des Konzerns genehmigte. Die Reaktionen waren zuerst euphorisch, dann nüchterner - zumindest an der Börse. Der Kurs der Apple-Aktie schoss während der Cook-Show in die Höhe, sackte danach aber um bis zu sechs Prozent ab. Gestern verlor das Papier erneut bis zu drei Prozent, bevor der Kurs dann wieder leicht zulegte.

Das ist das Paradoxe an der Keynote: Apple hat die Erwartungen erfüllt und doch enttäuscht. Nach vielen Spekulationen springt der iPhone-Konzern wie erwartet auf den Smartwatch-Trend auf und wird nach Überzeugung vieler Experten dieses Segment prägen wie früher bei Smartphones oder bei Tablet-Computern. Allerdings hatte sich dies bereits in einem seit Monaten steigenden Kurs niedergeschlagen. Im Vergleich zu Ende Januar wurde ein Apple-Anteilsschein um 30 Prozent höher bewertet. Darin dürfte auch ein erfolgreicher iPhone-Start bereits verarbeitet sein. Zu mehr Euphorie bot das Unternehmen offenbar keinen Anlass: Die Apple Watch wird erst im kommenden Jahr verkauft werden. Das indes ist auch keine allzu große Überraschung. Hätte Apple sein neuestes Gerät noch zum Weihnachtsgeschäft in die Läden bringen wollen, hätte es längst produziert werden müssen. Doch dann wären bereits so viele Menschen mit der Neuheit vertraut gewesen, dass es sich unmöglich hätte geheim halten lassen.

Analysten bewerteten die Uhr wesentlich skeptischer, als die Technik-Branche dies tut. Das Gerät müsse erst beweisen, dass es im Alltag wirklich einen Mehrwert bringe, sagte Ben Schachter, Analyst der Investmentbank Macquarie. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux glaubt nicht daran, dass der Gesundheits- und Fitnessschwerpunkt der Uhr einen großen Käuferpreis anspreche. Häufigster Einwand: Apple hat eine Neuheit präsentiert, aber keine bahnbrechende Erfindung.

Wie man günstig an ein iPhone kommt, ist im Internet nachzulesen unter: www.rp-online.de

(angr)