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Böller-Hersteller erwarten keine Umsatzverluste

Silvester-Feuerwerk : Böller-Hersteller erwarten keine Umsatzverluste

Die Produzenten der Silvesterknaller bleiben nach der Ankündigung der Baumarktkette Hornbach gelassen.

In der Diskussion um einen möglichen Verzicht der Deutschen auf das bei vielen beliebte Privat-Feuerwerk  zum Jahresende reagieren die Hersteller der Silvesterböller gelassen. „Das muss jede Handelskette selbst entscheiden. Aber bei denjenigen, die keine Knaller mehr verkaufen wollen, handelt es sich nach unseren Informationen um absolute Einzelfälle“, sagte ein Sprecher des Bremerhavener Herstellers Comet, der mit einem Marktanteil von 35 Prozent die Nummer zwei der Branche ist, auf Anfrage unserer Redaktion. Auch beim Marktführer Weco (Eitorf, rund 60 Prozent Marktanteil) ist noch keine Aufregung ausgebrochen: „Das macht uns keine Sorgen. Wir sind in Verhandlungen mit unseren Großkunden und haben keine Signale bekommen, dass jemand nächstes Jahr nicht mehr verkaufen will“, sagte ein Sprecher.

Am Montag hatte die pfälzische Baumarktkette Hornbach erklärt, aus Tier- und Umweltschutzgründen im nächsten Jahr keine Silvesterknaller mehr verkaufen zu wollen. Einzelne, selbstständige Händler der großen Lebensmittelketten Edeka und Rewe sowie einige weitere Unternehmen verzichten bereits 2019 darauf, während viele andere Händler (Aldi Nord, Lidl, Real) in diesem Jahr auf jeden Fall noch Kunden mit Knallern versorgen. Mit Prognosen für das kommende Jahr hatten sie sich zuletzt aber noch zurückgehalten.

Die Hersteller fürchten indes nicht, dass ihnen im nächsten Jahr ein Erlöseinbruch droht. Auch bei Comet liefen schon die Verhandlungen für den Verkauf zu Silvester 2020, sagte der Sprecher des Unternehmens, das 95 Prozent seines Umsatzes von 65 Millionen Euro an den drei Tagen vor Silvester macht. 

Tier- und Umweltschutz sind andererseits  in Deutschland nicht die einzigen Gründe, auf Silvesterknaller zu verzichten. Nach einigen anderen Metropolen hat auch Hamburg ein Böllerverbot für  Teile der Innenstadt angekündigt, unter anderem am Jungfernstieg und rund um die Binnenalster. Ähnliche Entscheidungen hatte es zuvor unter anderem in München,  Hannover und Köln gegeben.