Düsseldorf: BKK Essanelle vor Fusion, Mitarbeiter in Sorge

Düsseldorf: BKK Essanelle vor Fusion, Mitarbeiter in Sorge

Die Kasse mit Sitz in Düsseldorf prüft einen Zusammenschluss mit der Deutschen BKK in Wolfsburg.

Die Fusionswelle bei den Betriebskrankenkassen rollt: "Die BKK Essanelle und die Deutsche BKK prüfen die Machbarkeit einer Fusion", teilten diese mit. Die neue Kasse mit 1,1 Millionen Versicherten soll zum 1. Januar 2015 an den Start gehen. Die BKK Essanelle, die aus den Betriebskrankenkassen der gleichnamigen Friseurkette und von Chemiekonzernen hervorging, hat 410 000 Versicherte und ihre Zentrale in Düsseldorf. Die Deutsche BKK, die aus den Kassen von Volkswagen, Telekom und Post entstand, ist mit 765 000 Versicherten deutlich größer und sitzt in Wolfsburg. Deshalb fürchten Essanelle-Mitarbeiter, dass der Sitz der neuen Kasse ebenfalls Wolfsburg sein wird.

Insgesamt beschäftigt die BKK Essanelle 800 Mitarbeiter, 400 allein in Düsseldorf. Die Deutsche BKK hat 1300 Beschäftigte. "Noch ist offen, wo die Zentrale liegt. Ein Stellenabbau steht zudem nicht an", betonte der Sprecher der BKK Essanelle.

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Die Kassen wollen dem Druck der Politik begegnen, die Fusionen zur Kostensenkung fordert. "Lieber suchen wir uns in Ruhe einen Partner aus, als unter finanziellem oder politischem Druck in eine Ehe gedrängt zu werden", heißt es in Verhandlungskreisen. Was das für die Versicherten bedeutet, ist noch offen. Die Deutsche BKK hat - anders als die Essanelle - in der Vergangenheit schon einmal (bis 2012) einen Zusatzbeitrag nehmen müssen.

Zum Jahreswechsel wird bundesweit die Krankenkassen-Finanzierung umgestellt. Der Beitragssatz wird um 0,9 Prozentpunkte auf 14,6 Prozent gesenkt. Es wird erwartet, dass viele Kassen im Gegenzug einen Zusatzbeitrag nehmen müssen. In dem Fall haben Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht, allein wegen einer Fusion dagegen nicht.

(RP)
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