Bitcoin: Kryptowährungen als Stromfresser

Folgen von Bitcoins: Kryptowährungen als Stromfresser

Die Bundesregierung will die Kryptowährung Bitcoin zwar in der nächsten Woche zum Thema der G20-Finanzministerkonferenz machen, hat aber selbst keinerlei Erkenntnisse über den Umfang und die Folgen von Bitcoin in Deutschland.

Zwar sei im Auftrag des Wirtschaftsministeriums der Stromverbrauch deutscher Rechenzentren mit 6,5 Terrawattstunden ermittelt worden, aber es lasse sich daraus der Anteil des Handels mit Kryptowährungen nicht ermitteln, heißt es in einer Regierungsantwort auf eine Anfrage der Grünen.

Experten beziffern den Jahres-Energieverbrauch von Bitcoins auf 32,4 Terrawattstunden. Die weltweit zur Produktion von Kryptowährungen eingesetzten Computer könnten in diesem Jahr mit über 45 Terrawattstunden ähnlich viel Strom verbrauchen wie ganz Argentinien.

Kritik von Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer

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Vor diesem Hintergrund wollten die Grünen von der Regierung wissen, wie viele Bitcoins produzierende Rechenzentren ("mining pools") es in Deutschland gibt und ob die Klimaschutzziele dadurch gefährdet sind. Antwort: keine genauen Erkenntnisse, aber die Annahme, dass die Bitcoin-Generierung in Deutschland gegenüber anderen Regionen mit deutlichen Kostenvorteilen erschwert sei. Keine Meinung hat die Regierung auch zu staatlichen Digitalwährungen.

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer kritisiert, dass die Regierung "noch nie etwas vom gigantischen Energieverbrauch beim Mining der Bitcoins gehört zu haben scheint". Er rät Digital-Staatsministerin Dorothee Bär, "für die Mitglieder der Bundesregierung mal ein paar Flugtaxis zu bestellen und ins Ausland zu einer Fortbildung zu fliegen".

(may-)