Etatentwurf 2014: Betreuungsgeld kostet fast 3,9 Milliarden Euro

Etatentwurf 2014: Betreuungsgeld kostet fast 3,9 Milliarden Euro

Das Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kleinkinder zuhause betreuen, kostet den Bund bis 2017 knapp 3,9 Milliarden Euro. Das geht aus dem Etatentwurf 2014 hervor, den das Kabinett diese Woche billigte.

Für 2013 plant der Bund 55 Millionen Euro ein. 2014 steigen die Ausgaben auf 515 Millionen, ab 2015 auf 1,1 Milliarden Euro.

Das Betreuungsgeld wird ab 1. August gezahlt. Es beträgt im ersten Jahr 100 Euro monatlich für Kinder im zweiten Lebensjahr. Ab August 2014 liegt es bei 150 Euro monatlich für jedes Kind im zweiten und dritten Lebensjahr.

Die Einführung des Betreuungsgeldes ist bish heute heftig umstritten. Nur auf Druck der CSU, die im September in Bayern Landtagswahlen vor der Brust hat, kam das Gesetz überhaupt zur Umsetzung. Die Partei von Horst Seehofer sieht darin eine Anerkennung für Mütter, die ihre Kinder zuhause großziehen, so wie es in Bayern insbesondere auf den Dörfern noch häufig zu sehen ist.

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Kritiker monieren, mit der teuren Maßnahme werde ein veraltetetes Familienbild gefördert, das Frauen zuhause bei den Kindern festhält. Zudem wird befürchtet, dass das Betreuungegeld insbesondere bei bildungsfernen Familien Anreize setzt, die Kinder nicht in die Kita zu geben, obwohl die Förderung von außen vermutlich am meisten gebrauchen könnten. Auch Bildungsexperten warnten wiederholt vor der Einführung des Betreuungsgeldes.

Ab dem 1. August sollen die Eltern ein Betreuungsgeld erhalten, die ihre zwei und drei Jahre alten Kinder nicht in eine staatlich geförderte Einrichtung geben. Der Gesetzentwurf zur Ergänzung des Betreuungsgeldes sieht vor, dass Eltern von Kleinkindern das Betreuungsgeld mit einem Bonus von 15 Euro pro Monat auch für eine private Altersvorsorge oder Bildungsinvestitionen nutzen können.

(mar)