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Berlin: Berliner Flughafen startet nur mit Billigfliegern

Berlin : Berliner Flughafen startet nur mit Billigfliegern

Die Eigentümer des neuen Hauptstadtflughafens können sich aber nicht auf einen Kontrolleur einigen.

Der neue Chef des Hauptstadtflughafens, Hartmut Mehdorn, kann offenbar seinen ersten Erfolg vorweisen. Der Aufsichtsrat des Flughafens, der wegen diverser Pannen gleich mehrfach die geplanten Eröffnungstermine verschieben musste, soll im April 2014 teilweise für Billigflieger eröffnet werden. Der Aufsichtsrat, in dem die Eigentümer Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg vertreten sind, genehmigte nach Informationen unserer Zeitung aus Aufsichtsratskreisen grundsätzlich Mehdorns Konzept.

Die Suche nach einem Nachfolger für den scheidenden Aufsichtsratschef Matthias Platzeck wurde dagegen vertagt. Dass Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit vorübergehend das Kontrollgremium führt, lehnte der Bund ab. "Das wäre eine geradezu absurde Entscheidung und ein Schlag ins Gesicht aller Beteiligten", sagte der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Toni Hofreiter (Grüne). Nach zahlreichen Pannen hatte Wowereit den Posten erst kürzlich an Platzeck abgegeben. Weiter im Gespräch als Chefaufseher ist der frühere Vorstandsvorsitzende des Frankfurter Flughafens, Wilhelm Bender (68). Er könnte als externer Fachmann ohne Stimmrecht das Gremium führen und zwischen den Seiten moderieren, heißt es in Aufsichtsratskreisen. Allerdings gilt Bender, der als freier Berater tätig ist, als teuer.

Der Machtkampf zwischen Mehdorn und Technik-Chef Horst Amann geht weiter. Zwei Bauleiter Amanns müssen offenbar Platz machen für die bisherige Arbeitsschutzleiterin des Flughafens, Regina Töpfer, und den Architekten Hany Azer, den Mehdorn vom Bau des Berliner Hauptbahnhofs kennt.

Eine vorzeitige Inbetriebnahme des Nordflügels wurde als sinnvoller Probebetrieb bewertet. Mit maximal zehn Flügen und 1500 Passagieren pro Tag will Mehdorn die Abläufe im Neubau im Berliner Süden testen. Im Gespräch sind die Fluggesellschaften Germania und Condor.

Bestätigt wurde außerdem die Existenz eines Papiers des Industriekonzerns Siemens, aus dem die "Bild" zitiert hatte. Demmnach könnte der Airport wegen Problemen mit der Entrauchungsanlage frühestens im Sommer 2015 eröffnet werden. Die Bauarbeiten für die neue Entrauchungsanlage könnten frühestens im März 2015 abgeschlossen sein. Anschließend würden weitere vier Monate mit Bauabnahmen und Probebetrieb benötigt. Flughafensprecher Ralf Kunkel wies das als "reine Spekulation" zurück.

Den Steuerzahler kommen die Verzögerungen teuer zu stehen. Nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen summieren sich die Kosten auf monatlich 50 Millionen Euro.

(brö)