Prognose für 2014: Berlin erwartet starken Aufschwung in deutscher Wirtschaft

Prognose für 2014 : Berlin erwartet starken Aufschwung in deutscher Wirtschaft

Die Bundesregierung sieht die deutsche Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs und erwartet im kommenden Jahr einen kräftigen Aufschwung. Der Bund hob deshalb seine Prognose für die Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von bisher 1,6 Prozent auf 1,7 Prozent leicht an. "Die wirtschaftliche Dynamik wird sich im nächsten Jahr deutlich beschleunigen", sagte der amtierende Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) am Mittwoch bei der Vorlage der neuen Konjunkturprognose.

Es war das letzte Mal, dass Rösler als zuständiger Ressortchef die offizielle Konjunkturprognose erläutert. Die FDP ist nach ihrem Wahldesaster nicht mehr im Bundestag vertreten. Der 40-jährige Rösler gab den Parteivorsitz auf. Die fünf FDP-Minister bleiben aber bis zur Bildung einer neuen Regierung geschäftsführend im Amt.

Rösler betonte, neben Wirtschaft und Arbeitnehmern habe auch die abgewählte schwarz-gelbe Regierung ihren Beitrag für die Erholung der Konjunktur geleistet. "Sie hat die Rahmenbedingungen so gesetzt, dass Unternehmen und Arbeit entlastet wurden, zum Beispiel bei Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen."

Der Arbeitsmarkt sei für mehr Zuwanderung ausländischer Experten geöffnet sowie der Bundeshaushalt nahezu ausgeglichen worden.
Außerdem habe Schwarz-Gelb in der Euro-Schuldenkrise erfolgreich "Solidarität mit den notwendigen Reformen" verbunden. "Die jetzige Bundesregierung hinterlässt somit ein gut bestelltes Feld", meinte Rösler mit Blick auf die Verhandlungen von Union und SPD über die Bildung einer großen Koalition.

Tragende Säule des Wachstums sei die gute Binnenkonjunktur.
"Beschäftigung und Einkommen steigen weiter spürbar an und stärken den privaten Konsum", sagte Rösler. Der Aufschwung kommt dabei im Geldbeutel der Arbeitnehmer an. Die verfügbaren Einkommen sollen in diesem Jahr um 2,1 Prozent und im nächsten Jahr um 2,9 Prozent erneut zulegen. Die Reallöhne sind seit 2009 Jahr für Jahr angestiegen.

Der Wirtschaftsaufschwung sorgt zudem weiter für Rekordbeschäftigung. Im nächsten Jahr werden laut Regierung durchschnittlich rund 42 Millionen Menschen erwerbstätig sein. Das wäre ein historischer Höchststand. Bereits im vergangenen Jahr waren mit 41,6 Millionen so viele Menschen wie noch nie beschäftigt. Die Arbeitslosigkeit soll in beiden Jahren im Schnitt unter der Drei-Millionen-Marke bleiben. Die Arbeitslosenquote werde 2013 im Schnitt bei 6,9 Prozent liegen, im Jahr darauf leicht auf 6,8 Prozent sinken.

Barroso: Deutschland soll weiter sparen

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso erwartet unterdessen von der künftigen deutschen Regierung eine Beibehaltung des Sparkurses. "Es wäre nicht weise, den bisherigen Weg der Haushaltskonsolidierung, Strukturreformen und zielgerichteten Investitionen zu verlassen", sagte Barroso der "Bild"-Zeitung. Es sei wichtig, nun "Vertrauen zu schaffen und mehr für Wachstum und die Schaffung neuer Jobs zu tun".

Barroso sagte weiter, er habe "gute Erfahrungen" mit der letzten großen Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gemacht. Eine "starke deutsche Regierung, die sich für Europa einsetzt, wäre ein wichtiges Signal".

CDU, CSU und SPD beginnen am Mittwoch offiziell die Verhandlungen über eine große Koalition. Bereits zwischen 2005 und 2009 hatten Union und Sozialdemokraten gemeinsam im Bund regiert.

(dap/AFP)