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Bonn/Berlin: Beim Briefporto droht wieder eine Erhöhung

Bonn/Berlin : Beim Briefporto droht wieder eine Erhöhung

Die Preise für Briefe und für Briefsendungen bis zu 1000 Gramm sollen in den nächsten Jahren schneller als bisher steigen. Dies macht ein Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums zur künftigen Regulierung des Postmarktes möglich, der unserer Zeitung vorliegt.

Danach soll die Bundesnetzagentur künftig bei Anträgen für ein höheres Porto prüfen, ob die Umsatzrendite der Post im regulierten Briefbereich ebenso hoch ist wie bei einigen europäischen Wettbewerbern. Da offensichtlich die meisten Wettbewerber mehr verdienen als die Post, werden höhere Preise damit wahrscheinlich. Auf Anfrage begrüßt der Konzern die geplante neue Regelung. Es gebe aber noch keinen konkreten Plan für eine höheres Porto in 2016.

Tatsächlich ist absehbar, wohin die Reise geht. In den letzten dreieinhalb Jahren erhöhte der Konzern das Porto für Standardbriefe von 55 auf 58 Cent, dann auf 60 Cent und Ende 2014 auf 62 Cent. Es würde also naheliegen, das Porto demnächst auf die halbwegs runde Summe von 65 Cent zu erhöhen. Der Vergleich mit der Konkurrenz zeigt, dass die deutsche Post mit ihren Preisen nicht extrem hoch liegt. So kostet ein Standardbrief in den Niederlanden 69 Cent, in Großbritannien umgerechnet 75 Cent, in Italien 80 Cent.

Konkurrenten der Post kritisierten gegenüber dem "Spiegel" die Pläne für höhere Briefpreise. Angeblich würde es den Wettbewerb gefährden, wenn der frühere Staatskonzern mehr verdiene. Tatsächlich hätten es die Konkurrenten teilweise auch leichter, wenn der Marktführer teurer wird.

(RP)