Hamburg: Beiersdorf profitiert vom Wachstum in Asien und Afrika

Hamburg : Beiersdorf profitiert vom Wachstum in Asien und Afrika

Der Nivea-Konzern Beiersdorf hat in seinem deutschen Heimatmarkt die Wende geschafft und hier in den ersten sechs Monaten ein Umsatzplus von 2,7 Prozent erzielt. "Die Marke ist wieder viel stärker präsent, und mit unseren Innovationen haben wir die Erwartungen der Konsumenten getroffen", sagte Vorstandschef Stefan Heidenreich in einer Telefonkonferenz. Die konsequente Umsetzung der Unternehmensstrategie "Blue Agenda" habe Beiersdorf einen deutlichen Schub gegeben. "Es gelingt uns zunehmend, das Potenzial unserer Marken und unseres Unternehmens in wirtschaftlichen Erfolg umzusetzen", sagte Heidenreich.

Für das erste Halbjahr meldet Beiersdorf ein Umsatzwachstum von nominal 3,3 Prozent auf 3,16 Milliarden Euro. Das betriebliche Ergebnis (Ebit) erhöhte sich ohne Sondereffekte um 11,2 Prozent auf 434 Millionen Euro. Nach Steuern lag der Gewinn bei 287 (Vorjahr: 258) Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr kündigte Heidenreich ein Konzernwachstum von fünf bis sechs Prozent und eine Umsatzrendite von zwölf bis 13 Prozent an. Dazu trägt auch der Unternehmensbereich Tesa entsprechend bei, auf den rund ein Fünftel des Konzernumsatzes entfällt. Beiersdorf konzentriere sich auf die Stärkung der Marken, neue Produkte und die Entwicklung der Wachstumsmärkte, sagte Heidenreich. In Lateinamerika, vor allem im Brasilien, liegt das Umsatzwachstum bei etwa 20 Prozent, ebenso in der Region Afrika/Asien/Australien. Dagegen verzeichnen die süd- und osteuropäischen Märkte Umsatzrückgänge.

Auf dem weltgrößten Kosmetikmarkt USA will Beiersdorf den Umsatz aus eigener Kraft steigern. Zukäufe hätten keinen Vorrang, so Heidenreich. Allerdings sei der Konzern weiter aufgeschlossen, falls sich doch noch eine Gelegenheit ergeben sollte.

Schon frühere Beiersdorf-Chefs hatten vergeblich nach Unternehmen gesucht, bei denen sich eine Übernahme lohnen könnte, um in Nordamerika eine größere Rolle zu spielen. Inzwischen haben Konkurrenten wie Weltmarktführer L'Oreal und der Konsumgüterkonzern Unilever den Markt weitgehend unter sich aufgeteilt. L'Oreal ist weltweit vier Mal so groß wie die Deutschen, Unilever sogar fast neun Mal.

(dpa)