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Bei Ceconomy stagniert das Geschäft

Elektronikhändler : Bei Ceconomy stagniert das Geschäft

Der Elektronikhändler erleidet Umsatzeinbußen, verbessert sein Ergebnis aber dank Einsparungen und Strategieschwenk deutlich. Bei der Hauptversammlung nächste Woche droht Ärger wegen des Aufsichtsrates.

Am kommenden Mittwoch treffen sich die Aktionäre des Elektronikkonzerns Ceconomy zur jährlichen Hauptversammlung in Düsseldorf. Und mal abgesehen davon, dass die Aktie am Freitag mit einem Plus von mehr als sechs Prozent einer der Börsen-Lieblinge war, werden einige Aktionäre vermutlich darüber murren, dass seit dem Börsenstart vor zweieinhalb Jahren nur noch gut die Hälfte von ihrem kleinen Ceconomy-Vermögen übriggeblieben ist. Eine dauerhafte Erfolgsstory ist dieser Börsengang bisher nicht.

Daneben könnte noch ein echtes Streitthema drohen, nachdem die Beteiligungsgesellschaft Convergenta, Minderheitsgesellschafter der Ceconomy-Tochter Media-Saturn, einen eigenen Vertreter in den Ceconomy-Aufsichtsrat entsenden möchte. Der heißt Jürgen Kellerhals, ist der Sohn des verstorbenen Media-Markt-Mitgründers Erich Kellerhals und soll nach den Vorstellungen der Antragsteller den Freenet-Chef Christoph Villanek ersetzen, den Convergenta der Befangenheit verdächtigt. Allerdings hält die Convergenta an Ceconomy nur einen verschwindend geringen Anteil, was die Aussichten des Antrags ebenso verschwindend gering erscheinen lässt.

Von der Beteiligung hat wiederum die Ceconomy-Führung bislang gar nichts gewusst. Das überrascht angesichts der Tatsache, dass der amtierende Ceconomy-Chef Bernhard Düttmann von guten Gesprächen mit Convergenta redet. Von einem Streitthema kann aus seiner Sicht keine Rede sein.

Also Zufriedenheit beim Elektronikhändler. Dies gilt auch für das Abschneiden im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20, das am 30. September zu Ende geht. In diesen ersten drei Monaten zwischen Oktober und Dezember 2019 stagnierte das Geschäft allerdings insgesamt. Der Umsatz ist um 0,8 Prozent gesunken, auf vergleichbarer Fläche auch noch um 0,5 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Was die Börse trotz der mauen Erlöszahlen überzeugt und zwischenzeitlich am Freitag sogar einen Kurssprung von zehn Prozent ausgelöst hat, ist die Ergebnis­entwicklung. Einen Gewinnsprung vor Steuern um sieben Prozent auf 289 Millionen Euro (bereinigtes Ergebnis) meldet die Ceconomy, und den verdankt sie erstens den Einsparungen aus dem Effizienzprogramm (das führt unter anderem dazu, dass insgesamt 600 Jobs verlorengehen) und dem Ausbau des margenstärkeren Service-Geschäfts. Unter dem Strich ist der Gewinn um die Hälfte auf etwa 222 Millionen Euro gestiegen.

Das Problem bei der Umsatzentwicklung: Der Black Friday, jener umsatzstarke Freitag, der in Verbindung mit dem darauf folgenden Cyber Monday mittlerweile über mehrere Tage für boomendes Geschäft sorgt, hat dazu geführt, dass das Weihnachtsgeschäft schlechter gelaufen ist. Denn der Super-Konsum-Freitag lag diesmal unmittelbar vor dem ersten Adventswochenende.

Geografisch betrachtet, liegt das Problem von Ceconomy mittlerweile weniger in Deutschland als vielmehr in Spanien, Italien, den Niederlanden und Polen. Und in Frankreich, wo die Minderheitsbeteiligung am Handelskonzern Fnac Darty (Ceconomy hält knapp ein Viertel der Anteile) Probleme bereitet. Als die Düsseldorfer in Frankreich einstiegen, kostete die Fnac-Darty-Aktie 70 Euro. Jetzt ist sie noch 45 Euro wert. Nach Angaben von Ceconomy-Finanzvorständin Karin Sonnenmoser könnte diese Entwicklung eine Wertberichtigung von bis zu 200 Millionen Euro notwendig machen. Auch das könnte den Aktionären am Mittwoch sauer aufstoßen.