Essen: Baukonzern Hochtief verdoppelt seinen Gewinn

Essen : Baukonzern Hochtief verdoppelt seinen Gewinn

Der Essener Baukonzern Hochtief hat mit seinen Quartalszahlen gestern die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Umsatzerlöse stiegen von 6,4 Milliarden Euro im Vorjahr auf 7,1 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Steuern (Ebit) von 164,8 Millionen Euro auf 328,2 Millionen Euro. Unter dem Strich stand im zweiten Quartal ein Gewinn von 82,7 Millionen Euro.

Hochtief wurde im Juni 2010 feindlich vom spanischen Wettbewerber ACS übernommen. Der von ACS-Chef Florentino Pérez nach Essen entsandte neue Chef Marcelino Fernandez Verdes trennte sich seither von nahezu der gesamten ehemaligen Führungsriege des Konzerns und baut Hochtief radikal um. Während der deutsche Wettbewerber Bilfinger Berger sich auf Dienstleistungen konzentriert, will Fernandez vor allem im Infrastrukturgeschäft und damit im klassischen Baugeschäft wachsen. Deshalb wird gerade der Verkauf der Service-Geschäfte von Hochtief nach Frankreich abgewickelt, wovon alleine in Deutschland 4000 Mitarbeiter betroffen sind. Auch die Flughafen-Beteiligungen, zu denen auch ein Anteil am Düsseldorfer Flughafen gehört, wurden an Pensionsfonds in Übersee verkauft. Die australische Tochter Leighton, an der Hochtief gerade seine Anteile aufgestockt hat, trennte sich von ihrer Telekommunikationssparte. Für die Immoblientochter Aurelis sucht Hochtief noch einen Käufer.

Mit der Restrukturierung des Europa-Geschäftes will Hochtief jährlich 60 Millionen Euro einsparen, wie Fernandez gestern ankündigte. Von den 15 000 europäischen Mitarbeitern sind 10 000 in Deutschland beschäftigt. Die Restrukturierung selbst kostet den Konzern bis zu 90 Millionen Euro.

In dem ausgewiesenen Quartalsgewinn sind sowohl die Verkaufserlöse als auch die Restrukturierungskosten enthalten. Ohne Sondereffekte betrug das Nettoergebnis etwas über 50 Millionen Euro.

(tor)