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Berlin: Bahnreisende beschweren sich immer öfter

Berlin : Bahnreisende beschweren sich immer öfter

2013 sorgten die Folgen des Hochwassers für Ärger. Es gab auch viele Probleme mit Tickets und dem Service.

Die Zahl der Beschwerden von Bahnreisenden ist sprunghaft gestiegen. Im ablaufenden Jahr seien 3306 Schlichtungsanträge zu Bahnfahrten eingegangen, sagte der Geschäftsführer der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP), Heinz Klewe. Das ist die mit Abstand größte Zahl in den vier Jahren, seit die Einrichtung ihre Arbeit aufgenommen hat. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 gab es nur 2069 Beschwerden.

Klewe sagte, von den Beschwerden sei zum größten Teil die Deutsche Bahn betroffen, ihrem hohen Marktanteil entsprechend. Streckensperrungen nach Herbststürmen und die Umleitungen wegen des Elbe-Hochwassers seien die wesentlichen, "aber nicht die einzigen Gründe" für die gewachsene Unzufriedenheit bei den Bahnfahrern. Auch die Engpässe in der Zugflotte der Bahn hätten sich bemerkbar gemacht. In knapp der Hälfte der Fälle hätten Kunden sich über Verspätungen und Zugausfälle geärgert, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". In jedem dritten Beschwerdefall habe es Probleme mit dem Ticket gegeben. Jede vierte Beschwerde betraf den Service, etwa weil der Erste-Klasse-Wagen fehlte oder weil es an Hilfe für Menschen mit Gehbehinderung mangelte.

Die Schlichtungsstelle, die inzwischen von mehr als 200 Verkehrsunternehmen finanziert wird, ist seit Dezember 2009 tätig. Seit damals bekommen Bahnnutzer bei Verspätungen von einer Stunde ein Viertel des Fahrpreises zurück, bei zwei Stunden die Hälfte. An die Schlichtungsstelle können sich Reisende wenden, wenn sie sich zuvor erfolglos bei ihrem Verkehrsunternehmen selbst beschwert haben. Auch Bus-, Schiffs- und Flugreisende können die Stelle einschalten.

(dpa)