1. Wirtschaft

Köln: Axa plant neue Lebensversicherung

Köln : Axa plant neue Lebensversicherung

Kölner Versicherungskonzern erntet erste Früchte seines Sparprogramms.

Auch die deutsche Tochter des französischen Versicherungskonzerns Axa bastelt an einem neuartigen Produkt in der Lebensversicherung. Nach Angaben von Vorstandsmitglied Patrick Dahmen soll es bei dieser neuen Police keine lebenslangen Garantien mehr geben, sondern eine Garantie, die mit der Einzahlphase endet. Ähnliche Produkter haben auch andere Versicherer schon angekündigt. Sie kämpfen in der Niedrigzinsphase alle mit dem gleichen Problem – nämlich am Kapitalmarkt dauerhaft auskömmliche Renditen zu erwirtschaften, um die Garantieversprechen an ihre Kunden erfüllen und denen eine halbwegs attraktive Rendite bieten zu können. Bei der Axa liegt das durchschnittliche Garantieversprechern im Bestand derzeit bei 3,4 Prozent. Gleichzeitig gebe es stille Reserven von 13,6 Prozent.

Das ist ein Punkt, an dem die Axa versucht, sich für die Zukunft zu rüsten. Ein anderer ist eine stärkere Vernetzung zwischen Direktvertrieb übers Internet und jenem über den personellen Vertrieb. Mehr Kundennähe und mehr Kundenbindung erhofft sich der Vorstandsvorsitzende Thomas Boberl. Die Verbindung scheint ihm der richtige Weg in die Zukunft zu sein: "Viele Geschäfte beginnen digital und enden physisch", sagt Boberl.

Der Kölner Versicherungskonzern erntet derzeit die Früchte seines 2010 aufgelegten Umbauprogramms. Das Konzernergebnis ist im vergangenen Jahr um mehr als 44 Prozent auf etwa 388 Millionen Euro gestiegen. Bis 2015 sollen die Kosten nachhaltig um 328 Millionen Euro sinken. Zu diesen Sparplänen gehört auch Stellenabbau. Seit 2010 ist die Zahl der Mitarbeiter um etwa 700 gesunken. Ende 2012 beschäftigte die Axa Deutschland noch knapp 10 500 Mitarbeiter.

Während die Profitabilität also steigt, sind die Einnahmen des Versicherers 2012 gesunken – um 1,6 Prozent auf knapp 10,5 Milliarden Euro. Dabei melden die Schaden-/Unfallsparte und die Krankenversicherung deutliches Wachstum. Dagegen hat es in der Vorsorge ein Minus von gut zehn Prozent gegeben. Der Rückgang resultiert vor allem aus dem Geschäft mit Einmalbeiträgen, das um fast 43 Prozent schrumpfte. Der Bereich sei in der Niedrigzinsphase nicht mehr nachhaltig rentabel, so Konzernchef Boberl.

(RP)