August Macke: Ein gebürtiger Gelderner in der Welt der Matratzen

Gründer August Macke : Gelderner will Matratzen-Markt erobern

Matratzen werden längst nicht mehr nur im Laden gekauft. Online-Marktführer Bett1 hat 2018 mehr als 180 Millionen Euro umgesetzt. Das Potenzial hat auch der gebürtige Gelderner August Macke erkannt. Er ist mit einem Unternehmen AM Quality seit 2015 aktiv.

Ein Massenprodukt des Alltags ist die Matratze wahrlich nicht. Nach Angaben des Fachverbands Matratzen-Industrie wechseln die Deutschen ihre Matratze erst nach mehr als 13 Jahren. Und damit knapp drei Jahre später als empfohlen. Und dennoch ist im Matratzen-Markt jede Menge Dynamik. Denn auch in diesem durchaus speziellen Markt verlagert sich das Geschäft immer stärker ins Internet. Seit Jahren Marktführer ist das Berliner Unternehmen Bett1, dessen Werbungslogan „Die beste jemals getestete Matratze“ mittlerweile wohl fast jeder schon einmal gehört hat. Mit einem Umsatz von mehr als 180 Millionen Euro lag Bett1 2018 meilenweit vor der Konkurrenz.

Von diesen Zahlen ist das junge Unternehmen AM Quality um den 28-jährigen gebürtigen Gelderner August Macke derzeit noch weit entfernt. Doch auch hier, im Herzen der Kölner Altstadt, wo das Unternehmen seinen Sitz hat, beschäftigen sich Gründer Macke und seine Mitarbeiter den ganzen Tag mit dem Online-Verkauf von Matratzen. Der Ursprung des Matratzen-Geschäfts von AM Quality liegt in einem Negativerlebnis, das Macke 2015 beim privaten Matratzenkauf hatte. „Ich bin damals ganz klassisch in ein Matratzengeschäft gegangen, lag auf einem Modell kurz Probe, dachte, ,die fühlt sich gut an´ und habe sie gekauft“, sagt Macke. Nach einiger Zeit stellte er jedoch fest, dass das gekaufte Modell doch nicht passte. Zurückgeben konnte er die Matratze aufgrund der Hygienevorschriften nicht. „Als ich anschließend im Internet nach Angeboten schaute, habe ich festgestellt, dass es nur wenig Angebot und Wettbewerb gab“, sagt er.

Darin witterte der gebürtige Gelderner seine Chance. Seine Vision: „Mein eigenes negatives Kundenerlebnis sollte sich nicht wiederholen“, sagt Macke. Zusammen mit einem befreundeten Matratzenhersteller aus Geldern (Betten Maghs) suchte er nach einem passenden Modell, das sich online gut verkaufen ließe. Schnell waren sie mit drei unterschiedlichen Matratzen auf dem Markt vertreten. Vier Jahre später beschäftigt er 15 Mitarbeiter, knapp die Hälfte davon in Vollzeit, viele jünger als er.

Für den 28-Jährigen sei Köln ein idealer Standort, um als Unternehmen zu wachsen. Denn als Unistadt gibt es genügend Absolventen, sprich potenzielle Mitarbeiter. Heute hat „AM Quality“ knapp 15 Matratzen ab 129 Euro aufwärts im Angebot, die günstigste ist für 129 Euro erhältlich (90 x 200cm). (Taschenfederkernmatratze).

Hergestellt werden alle Modelle von Partnern in Deutschland. Zur Produktpalette gehören zudem Lattenroste und Topper (Matratzenauflagen). Vertrieben werden die Produkte über den eigenen Online-Shop sowie Amazon und Ebay. Zudem vertreibt AM Quality Matratzen für Wohnmobile und Wohnwagen.

Als Macke ins Matratzen-Geschäft einstieg, war er zwar erst Mitte zwanzig: Doch zu diesem Zeitpunkt hatte er schon fast zehn Jahre lang Erfahrungen im Internet-Handel (E-Commerce) gesammelt. Bereits als Schüler wurde sein Unternehmergeist geweckt, als er mit 15 anfing, bei Ebay Sachen ein- und teurer weiterzuverkaufen. Während eines Praktikums brachte er sich später selbst das Programmieren bei und machte erste Schritte im Internetgeschäft, handelte zum Beispiel mit Domains (vereinfacht ausgedrückt: Namen von Internetseiten) oder machte auf einer eigenen Website Werbung für Rollatoren und kassierte Provisionen, wenn Kunden auf den weitergeleiteten Seiten die beworbenen Rollatoren kauften. Die Idee, selbstständig zu sein, gefiel ihm. Mit 18 meldete er erstmals ein Gewerbe an.

„Die Kombination aus BWL, Online-Marketing und Technik fand ich schon immer spannend“, sagt Macke. „Damit kann man unheimlich viel machen.“ Um sich abzusichern, begann er 2011 das duale Studium „Finance&Investment“ an der Fachhochschule in Brühl. Mit der besonderen Konstellation, dass er den Praxisteil in seinem eigenen Unternehmen absolvieren durfte. 2013 kam er unter anderem auf die Idee, auf Amazon mit Tee in Arzneimittel-Qualität zu handeln. „Das Geschäft lief auch ganz gut, aber nach einiger Zeit kam ich ans Wachstums-Limit“, sagt Macke. 2016 stieg er deshalb aus dem Teegeschäft aus und richtete den Fokus komplett auf das Matratzengeschäft.

Bezüglich bisheriger Umsatzzahlen hält sich Macke aus Wettbewerbsgründen zwar bedeckt. „In zwei bis drei Jahren wollen wir in Deutschland aber in die Top Ten der Online-Matratzenanbieter aufsteigen“, sagt der 28-Jährige. Dafür müsse der Jahresumsatz dann bei etwa zehn Millionen Euro liegen.

Ein durchaus ambitioniertes Ziel. Doch das hat August Macke noch nie abgeschreckt.

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