Verbände beklagen unbesetzte Ausbildungsplätze in NRW

Verbände kritisieren : Tausende unbesetzte Ausbildungsplätze in NRW

22.000 Bewerber fanden im Jahr 2018 nicht die gewünschte Lehrstelle, während knapp 10.000 Ausbildungsplätze frei blieben. Das ergab ein Report der Pflege-Spitzenverbände. Besonders betroffen sind demnach Jugendliche mit Hauptschulabschluss.

Die Freie Wohlfahrtspflege Nordrhein-Westfalen hat eine Schieflage auf dem Ausbildungsmarkt kritisiert. In NRW gebe es noch immer mehr Bewerber als Ausbildungsplätze, erklärten die Wohlfahrtsverbände am Dienstag. Nach ihrem Arbeitslosenreport fanden im vorigen Ausbildungsjahr rund 22.000 Bewerber nicht die gewünschte Lehrstelle, während knapp 10.000 Plätze unbesetzt blieben. Bundesweit klagen Arbeitgeber hingegen über einen Mangel an Auszubildenden.

Von Oktober 2017 bis September 2018 kamen dem Bericht zufolge auf knapp 134.000 gemeldete Bewerber etwa 116.000 gemeldete Ausbildungsstellen. „Das ist besorgniserregend, zumal es bundesweit erstmals seit 1994 wieder mehr Lehrstellen als Bewerber gab“, erklärte der Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege NRW, Christian Heine-Göttelmann. Bis Ende September 2018 blieben 7.000 Bewerber ohne Stelle. Weitere 15.000 waren zwar immer noch auf der Suche, nahmen aber an einer berufsqualifizierenden Maßnahme teil.

Besonders betroffen sind laut Report Jugendliche mit Hauptschulabschluss. Nicht einmal jeder zweite von ihnen schafft den direkten Übergang in die Lehre. „Es birgt sozialen Sprengstoff, wenn Unternehmen sich über Fachkräftemangel beschweren, sich aber von Hauptschülern abwenden“, kritisierte Heine-Göttelmann. Die Betriebe müssten sich für sie öffnen.

Mehr als 33.000 junge Menschen unter 25 Jahren hatten zudem im September 2018 keine Berufsausbildung und befanden sich dem Arbeitslosenreport zufolge im Langzeitleistungsbezug. Ihre Zahl stieg in den vergangenen drei Jahren um rund drei Prozentpunkte. Insgesamt mehr als ein Jahr arbeitslos gemeldet waren im Januar 2019 in NRW rund 258.300 Menschen. Das sind etwa 40 Prozent aller Arbeitslosen.

(kron/epd)
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