Statistisches Bundesamt: Jede vierte alleinerziehende Mutter war 2017 arbeitslos

Statistisches Bundesamt : Jede vierte alleinerziehende Mutter war 2017 arbeitslos

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind Alleinerziehende und ihre Kinder häufig von Armut bedroht. Mehr als die Hälfte der arbeitslosen Mütter wären allerdings an einem Job interessiert.

Mehr als ein Viertel der alleinerziehenden Mütter ist im Jahr 2017 arbeitslos gewesen. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die am Donnerstag in Berlin veröffentlicht wurden. Familiäre oder persönliche Gründe seien die am häufigsten genannten Hinderungsgründe dafür.

55 Prozent der nicht erwerbstätigen Mütter wären allerdings an einem Job interessiert, hieß es. Anders sieht es laut Angaben der Behörde bei nicht erwerbstätigen Mütter aus, die in einer Beziehung leben: Von ihnen wünschen sich nur 29 Prozent eine Arbeitsstelle. Die Zahl der Familien mit nur einem Elternteil stieg demnach in den vergangenen 20 Jahren um 200.000 auf 1,5 Millionen Familien im vergangenen Jahr an - das ist ungefähr jede fünfte Familie in Deutschland. 2017 gab es insgesamt 8,2 Millionen Familien.

Alleinerziehende und ihre Kinder seien weiterhin häufig von Armut bedroht, hieß es. Finanziell stünden sie nach wie vor oftmals schlechter da als Menschen, die in anderen Familienformen lebten, sagte Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamts. Das Armutsrisiko lag 2016 bei 33 Prozent im Gegensatz zu 16 Prozent beim Bevölkerungsdurchschnitt. Außerdem hätten rund zwei Drittel der betreffenden Familien nicht die finanziellen Möglichkeiten, unerwartete Ausgaben von 1000 Euro zu bestreiten, teilte das Bundesamt mit. Diese Quote liege im bundesweiten Mittel bei 30 Prozent.

(mba/kna)
Mehr von RP ONLINE