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Generalistische Pflegeausbildung: Mehr Auszubildende in der Pflege als 2020 - trotz Corona

Guter Start für generalistische Ausbildung : Mehr Auszubildende in der Pflege – trotz Corona

Der Ruf nach mehr Nachwuchs in der Pflege ist nicht zuletzt seit der Pandemie groß. Hoffnung macht die gestiegene Zahl der Auszubildenden. Doch auch die Abbrecherquote ist hoch.

Im vergangenen Jahr haben offenbar mehr Menschen eine Ausbildung in der Pflege begonnen als in den Jahren zuvor. Das geht aus einem Beitrag zum zweiten Bericht der Konzertierten Aktion Pflege hervor, über den die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vorab berichtet.

Laut dem Bericht, der auf vorläufigen Zahlen der Bundesländer basiert, starteten rund 57.200 Auszubildende in die neue generalistische Pflegeausbildung. 2019 hatten rund 56.110 Menschen einen der Ausbildungsgänge Kranken-, Kinderkranken- oder Altenpflege begonnen. Dem Statistischen Bundesamt zufolge wurden 2020 über alle Branchen hinweg rund 465.000 Ausbildungsverträge abgeschlossen, mehr als 9 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Der Bericht, erstellt vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, das beim Bundesfamilienministerium angesiedelt ist, wertet den Start in die generalistische Pflegeausbildung als Erfolg. Zwar sei damit zu rechnen, dass sich die Daten noch ändern, da sie zum Teil noch nicht von den Statistischen Landesämtern geprüft seien – „ohne dass sich jedoch deshalb das Gesamtbild noch entscheidend ändern dürfte“.

Nach langem Streit hatte sich die Politik auf eine grundlegende Reform der Pflegeausbildung verständigt, die 2020 in Kraft trat. Durch die Zusammenführung der drei bisherigen Pflegefachberufe in den Bereichen der „Altenpflege“, „Gesundheits- und Krankenpflege“ und „Gesundheits- und Kinderkrankenpflege“ soll der Pflegeberuf attraktiver gemacht werden. Die neue, generalistische Pflegeausbildung befähigt die Auszubildenden zur Pflege von Menschen aller Altersstufen in allen Versorgungsbereichen. Damit stehen diesen Auszubildenden im Berufsleben bessere Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten offen. Zugleich wurde damit auch eine Angleichung an andere EU-Länder vollzogen.

Experten weisen darauf hin, dass mit einer Zunahme von Ausbildungsverhältnissen zwar ein positives Signal für die Pflege gesetzt wird. Zugleich gibt es Berichte, dass die Zahl der Abbrecher in der Pflegeausbildung hoch sei – und angesichts der Probleme in der Corona-Pandemie noch zugenommen habe.

(c-st/kna)