Dauerbeschallte Beschäftigte: Verdi fordert leisere Musik in Geschäften zur Weihnachtszeit

Dauerbeschallung zur Weihnachtszeit : Verdi sagt lauter Musik in Geschäften den Kampf an

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi macht sich für die Arbeitnehmer in Geschäften stark: Gerade zur Weihnachtszeit dürfe eine laute Dauerbeschallung mit Weihnachtsmusik nicht stattfinden.

Der Lärm in Einzelhandelsgeschäften dürfe laut neuen Regeln des Bundesarbeitsministeriums für Arbeitsstätten 70 Dezibel nicht überschreiten, teilte die Gewerkschaft am Freitag mit. Wird demnach Musik gespielt und gibt es Durchsagen, müssen bis zu sechs Dezibel abgezogen werden, so dass das Maximum bei 64 Dezibel liegt. Das sei etwa die Beschallung durch einen Fernseher in Zimmerlautstärke.

Der Arbeitgeber sei verpflichtet, "Maßnahmen festzulegen, umzusetzen und eine Wirksamkeitskontrolle durchzuführen", um eine zu laute Dauerbeschallung abzustellen, erklärte Verdi. Dazu gehörten auch Schalldämmungselemente insbesondere in Kassenbereichen, Service- und Infopoints. Vereinbart werden könnten auch Arbeitsunterbrechungen von etwa zehn Minuten alle zwei Stunden, um negative Stressfolgen zu reduzieren.

Die neuen Regeln gelten ganzjährig für jede Art von Beschallung, wie Verdi betonte. "Die meisten Kunden haben sicher großes Verständnis für Schutzmaßnahmen der gestressten Verkäuferinnen und Verkäufer sowie des Kassen- und Servicepersonals", erklärte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Denn stundenlange Dauerbeschallung mit zu lauter Weihnachtsmusik habe gesundheitliche Folgen, von Bluthochdruck über negativen Stress bis zur Erhöhung der Herzfrequenz. "Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nimmt dadurch um 20 Prozent zu." Wenn Weihnachtsmusik aber gesundheitsgefährdend sei, dann habe sie ihren Sinn verfehlt.

(felt/AFP)
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